Lange galt der deutschsprachige Film vor allem als Zuhause für Dramen, Komödien und historische Stoffe. Umso spannender ist es, dass sich in den letzten Jahren besonders in der Serienlandschaft immer mehr Filmschaffende im deutschsprachigen Raum an Thriller, Horror, Fantasy oder dystopische Stoffe wagen konnten. Denn gerade der Genrefilm eröffnet die Möglichkeit, gesellschaftliche Themen auf ungewöhnliche, bildstarke und emotionale Weise zu erzählen. Er darf größer, mutiger und radikaler sein und schafft Welten, die uns gleichzeitig unterhalten und etwas über unsere eigene Realität erzählen. Trotzdem stellt sich bis heute die Frage: Warum gibt es vergleichsweise wenige deutschsprachige Genrefilme und wie könnte eine eigene Handschrift aussehen, die sich nicht nur an internationalen Vorbildern orientiert?

In dieser Folge tauchen wir tief in die Welt des Genre-Storytellings ein und sprechen darüber, wie deutschsprachige Genrefilme ihren Weg zum Publikum finden, ob als Serie oder auf der großen Kinoleinwand. Zu Gast ist Drehbuchautor und Serienschöpfer Arend Remmers, Co-Creator der ARD-Thrillerserie Oderbruch und Autor des Hollywood-Actionfilms „Boy Kills World“.
Arend erzählt von seinem Weg in die Filmindustrie und davon, was ihn am Genrefilm fasziniert. Gemeinsam sprechen wir über die Entstehung und Reise von „Oderbruch“, über die Herausforderungen des deutschsprachigen Genrekinos und über die Frage, ob Genrefilme aus Deutschland eine eigene filmische Handschrift brauchen und wie diese aussehen könnte.
Gast
Arend Remmers | Autor und Seriencreator – LINK
Arend Remmers wurde unter anderem bekannt durch Kinofilme wie Unsere Zeit ist jetzt, die schwarzhumorige Action-Komödie Schneeflöckchen sowie die tragikomische Liebesgeschichte Traumfabrik. Auch im Serienbereich hat er mit Produktionen wie Dogs of Berlin, Sløborn und Ze Network markante Akzente gesetzt. Für „Ze Network“ wurde er 2023 zudem für den Grimme-Preis 2023 nominiert.