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#21 | DFFB Sessions: Wahrheit, Haltung, Verantwortung – Zwischen Beobachtung und Eingriff

2. Februar 2026

In einer Welt, die sich immer schneller dreht, stellt sich für Filmschaffende eine zentrale Frage: Wie lässt sich Wirklichkeit einfangen, ohne sie zu verzerren? In unserer neuen Kooperationsfolge mit der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin richten wir den Blick auf den Dokumentarfilm und seine besondere Bedeutung für den gesellschaftlichen Diskurs.

Der Film als Rastplatz der Reflexion

Wie Regisseur Andres Veiel in unserem Gespräch treffend formuliert, braucht es in der heutigen „Flut der Ereignisse“ Filme, die einen Schritt zurücktreten und uns einen „Rastplatz der Reflexion“ anbieten. Genau hier entfaltet der Dokumentarfilm seine Stärke: Er ermöglicht eine Außenperspektive, aus der sich Zusammenhänge, Strukturen und Relevanzen neu ordnen lassen. Voraussetzung dafür ist das genaue Hinsehen als Haltung. In einer unserer letzten DFFB-Sessions „Sehen lernen“ wurde deutlich, dass erst das analytische Durchdringen von Bildern den Blick für ihre gestalterische Kraft und die dahinterliegenden Entscheidungen schärft. Für Dokumentarfilmer bedeutet das, eine ästhetische Intuition zu entwickeln, die eine klare Position gegenüber dem eigenen Sujet erlaubt.

Dokumentarfilm als Beziehungsarbeit

Zugleich ist der Dokumentarfilm immer auch Beziehungsarbeit. Der Umgang mit realen Protagonist*innen erfordert Vertrauen, Offenheit und einen Dialog auf Augenhöhe. Ähnlich wie in der Zusammenarbeit zwischen Regie und Schauspiel geht es darum, sensible Räume zu schaffen, in denen sich Situationen authentisch entfalten können. Diese Arbeit bewegt sich ständig im Spannungsfeld zwischen beobachtender Zurückhaltung und notwendigem Eingriff.

Die Verantwortung des Filmschaffenden

Ein zentraler Punkt unseres Gesprächs ist die Verantwortung von Filmschaffenden – gegenüber der Geschichte, den Protagonist*innen und dem Publikum. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist solides Handwerk unverzichtbar. Wer sein Material wirklich kennt und versteht, kann im entscheidenden Moment die richtigen Fragen stellen und Denkprozesse anstoßen. Genau darin liegt die Wirkungskraft des Dokumentarfilms: nicht im schnellen Urteil, sondern im präzisen, reflektierten Blick, der Räume für neue Perspektiven öffnet.

DFFB – Deutsche Film und Fernsehakademie Berlin

Die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) ist seit 1966 die Filmschule des Landes Berlin. Sie fokussiert sich in der Ausbildung auf die grundlegenden Bereiche des Filmemachens: Drehbuch, Bildgestaltung, Regie, Produktion sowie Montage Bild & Ton. Mehr Informationen zu unserem Partner dieser Kooperationsfolge findet ihr auf der Webseite der dffb – LINK

Unser Gast

Andres Veiel | Regisseur und Dozent

Andres Veiel arbeitet seit vielen Jahren als Regisseur, Autor und Dozent an der Schnittstelle von Dokumentar-, Spielfilmen und Theaterprojekten. Seine Filme entstehen aus langen Rechercheprozessen und beschäftigen sich häufig mit individuellen Biografien im Spannungsfeld von Geschichte, Politik und gesellschaftlicher Verantwortung. Veiels Arbeiten zeichnen sich durch einen nüchternen, analytischen Blick und eine klare Haltung aus, ohne vorschnelle Urteile zu fällen. Neben seiner filmischen Praxis gibt er seine Erfahrungen als Dozent weiter und setzt sich dabei intensiv mit Fragen von Wahrnehmung, Verantwortung und der Wirkung von Bildern auseinander.

Weitere Folgen:

DFFB Sessions: Distributions- und Auswertungsstrategien für die Filmbranche Bearbeiten
DFFB Sessions: Schauspielführung – Ein Werkzeugkasten für die Zusammenarbeit

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