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Dokumentarfilm

Podcast
1:34 STUNDEN
21. September 2023

Wie macht man einen Dokumentarfilm postum?

Als der Filmstudent Steffen Meyn bei der RĂ€umung des Hambacher Forstes 2018 von einem Baum stĂŒrzt und dabei tödlich verunglĂŒckt, lĂ€uft seine Kamera weiter. Er trug sie – auf einen Helm geklebt – auf seinem Kopf. Eine Person von der Polizei hebt sie damals auf und packt sie in eine TĂŒte. Die wurde dann von Hand zu Hand weitergegeben, bis sie schließlich auf einer Polizeistation landete. Als die trauernden Eltern das Filmmaterial ihres Sohnes endlich wieder bekommen, stand die Frage im Raum – was tun damit? Steffen Meyn hatte ĂŒber zwei Jahre hinweg die Besetzung im Hambacher Forst mit der Kamera begleitet, war dabei als BaumhĂ€user gebaut wurden, lernte klettern, tauschte sich mit den Aktivist*innen ĂŒber ihre Motivationen aus. UrsprĂŒnglich wollte er mit dem Material ein VR-Erlebnis kreieren, das den Wald erlebbar macht, wenn der nicht mehr da sein wird. Es ist ein Projekt, das nie zustande kommt. Stattdessen baten Steffen Meyns Eltern Freund*innen ihres Sohnes, einen Film aus dem Material zu machen. Keine leichte Aufgabe, erzĂ€hlt Fabiana Fragale im RĂŒckblick:

„Kilian sagt das immer so schön. Er sagt: Das haben wir ja nicht ausgesucht – das Material -, das ist einfach auf uns gekommen, ĂŒber eine Scheißsituation. NĂ€mlich, weil ein richtig guter Freund von uns gestorben ist.“

Ist ein kreativer Prozess ĂŒberhaupt möglich, wenn alle wie erstarrt sind und trauern? Eine Antwort darauf ist Pragmatismus. Jens MĂŒhlhoff machte den Start und fing an das Material zu sortieren. Eine Herausforderung dabei – Steffen Meyn hatte zum großen Teil mit einer 360 Grad-Kamera gedreht, die er auf seinem Kopf trug. Auf diese Weise filmte er sein gesamtes Umfeld. Dabei entstanden zwei Bilder, die in der Nachbearbeitung erst einmal von Hand zusammengefĂŒgt werden mussten, um ein 360-Grad-Bild zu bekommen. Im Schnitt mussten dann aus diesen Rundumbildern einzelne Bilder ausgewĂ€hlt werden. Wenn sie im Prozess dann umgeschnitten haben, erzĂ€hlt Fabiana, dann mussten sie auch die Bilder neu wĂ€hlen. Material, das aber auch Vorteile hatte, erzĂ€hlt sie: „Zum Beispiel kannst du dann eine Situation im GesprĂ€ch von zwei Leuten – Steffen stand in der Mitte, zwei Leute haben geredet -, in dieser Situation kannst du dann einmal zu einer Person schwenken und dann kannst du plötzlich gegenschneiden und der anderen Person zuhören. Und dann kannst du aber auch noch rauszoomen und alle drei gleichzeitig sehen. Das heißt, du entscheidest das, was du eigentlich am Filmset entscheidest im Schnittraum.“

Steffen hoch oben in einem der 86 BaumhÀuser des Hambi (Hambacher Forst) © W-FILM

Wie geht kollektives Arbeiten?

Wie kommt man jetzt zu dritt auf eine Geschichte, die mit diesem Material erzĂ€hlt werden kann? Im ersten Schritt haben alle individuelle Timelines erstellt – mit ihren Lieblingsszenen. Als sie die verglichen haben, stellten sie fest, dass es gar nicht so viele Überschneidungen gab. Wie also weiter? Neben dem reinen Bildmaterial schwingt auch immer die Thematik mit. Die Besetzung, die RĂ€umung und auch der Tod von Steffen Meyn waren öffentlich und bewegten sich in einem politisch aufgeladenen Spannungsfeld. Denn Medien, Politik und Aktivist*innen rangen um eine Bedeutungshoheit dieses Todes, erzĂ€hlt Fabiana Fragale im Podcast. Dort eine eigene Position zu finden war ein Spagat, erinnert sich Jens MĂŒhlhoff:

„Was ein ganz großer Spagat war, war einerseits Steffen als Person, der wir emotional nah sein wollten. Andererseits wollten wir aber auch unglaublich viel politisch da drin verhandeln. Und dieser Spagat der hat, glaube ich, eine sehr lange Genese in diesem Prozess gehabt.“

Auch die Arbeit zu dritt stellte die drei Regisseur*innen immer wieder vor Herausforderungen. Denn alle hatten eine individuelle Beziehung zu ihrem verstorbenen Freund und unterschiedliche Vorstellungen davon, wie der Film am Ende aussehen sollte. „Wir hatten den Film mehrmals fast fertig – ob jetzt im Kopf, oder im Schnittraum – und sind dann noch mal ein gutes StĂŒck zurĂŒck“, erzĂ€hlt Kilian Kuhlendahl, „wenn man viel umwerfen muss, dann muss man das tun und dann gibt es auch einen Grund dafĂŒr.“ Diese Entscheidungen liefe nicht ohne Diskussionen und Kompromisse im Schnittraum ab.

Im Herbst 2018 wurde der Hambacher Forst im Auftrag durch das nordrhein-westfÀlische Innenministerium mittels der Polizei gerÀumt © W-FILM

Die Filmfigur Steffen Meyn

Am Ende entstand ein Film, der mit der ursprĂŒnglichen Idee von Steffen Meyn nicht mehr viel zu tun hatte. Und auch er – als Mensch und Freund – ist ein StĂŒck weit Teil einer konstruierten Dramaturgie geworden. Kilian Kuhlendahl:

„Wir hatten jahrelang eine Filmfigur konstruiert und wussten, dass wir bestimmte Szenen auf eine bestimmte Weise schneiden, weil es gerade in die Dramaturgie passt. Und, dass der reale Steffen, der Mensch, um den ich trauere, jemand anders ist, als die Figur in diesem Film.“

Am 21. September kommt der Dokumentarfilm “Vergiss Meyn Nicht” in die deutschen Kinos. Das Besondere an diesem Film ist, er ist postum entstanden. In dieser Folge sprechen wir darĂŒber, wie das eigentlich geht. Mit welchen Herausforderungen ist das verbunden und was kann und sollte man dabei beachten? DarĂŒber sprechen wir mit den drei Regisseur*innen des Films: Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl und Jens MĂŒhlhoff.

Unsere GĂ€ste

Fabiana Fragale
Regisseurin & Filmemacherin
Website – https://www.fabianafragale.com/

Kilian Kuhlendahl
Regisseur*in und Autor*in von erzÀhlerischen Formaten wie Hörbuch und Graphic Novel
Website – http://www.kkuhlendahl.de/

Jens MĂŒhlhoff
Regisseur und Filmemacher
Website – https://www.jensmuehlhoff.de/

WeiterfĂŒhrende Links
W-Film – https://www.wfilm.de/vergiss-meyn-nicht/kinotermine/

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„KĂŒmmer‘ dich um Oma, wenn ich nicht mehr da bin“, sagt der Großvater zu seiner 30-jĂ€hrigen Enkelin Astrid. 

Einen Menschen mit Demenz zu sich zu nehmen. Geht das? Eine Frage, die sich Regisseurin Astrid Menzel gestellt hat. Einen Menschen mit Demenz immer wieder auffangen und Vertrauen und Hingabe schenken – eine Mammutaufgabe. In ihrem Dokumentarfilmprojekt “Blauer Himmel Weiße Wolken”  beschließt sie im Sommer 2016 mit ihrer demenzkranken 86-jĂ€hrigen Oma Carmen und ihrem jĂŒngeren Bruder Hendric im alten Kanu an die ehemalige Anlegestelle aus der Kindheit zurĂŒckzufahren. Ein Abenteuer der anderen Art. Es entsteht ein sensibler Dokumentarfilm, der die Ecken und Kanten, aber auch Mut machende Erlebnisse im Umgang der Erkrankung zeigt. In der aktuellen Folge spricht Astrid Menzel mit uns ĂŒber die einzelnen Herausforderungen wĂ€hrend der Dreharbeiten, was fĂŒr sie in der Postproduktion wichtig und hilfreich ist und wie sie einen Verleiher fĂŒr ihren Dokumentarfilm finden konnte. 

Gerade kleine Dokumentarfilme haben es schwer einen Vertrieb zu finden.
Kleine Kurzstrecke mit dem Segelboot | BLAUER HIMMEL WEISSE WOLKEN © Astrid Menzel

Sensibel und feinfĂŒhlig bleiben: Sich selbst mit ins Bild nehmen

Wie können wir private Themen dokumentarisch im Film aufarbeiten? Wann darf die Kamera laufen? Wann ist genug Material fĂŒr den Film da? Die Regisseurin entschied sich, sich selbst mit ins Bild zu setzen, nicht zuletzt, um auch ihre Oma zu schĂŒtzen und sie nicht dem stetigen Blick der Kamera alleine auszusetzen. So wahrte Astrid stets die SensibilitĂ€t, Oma Carmen nicht bloßzustellen, sondern das Geschehene feinfĂŒhlig zu dokumentieren.

Gerade bei einem intensiven Projekt ist es wichtig, sich immer wieder Feedback von außen einzuholen. Daher zeigte Astrid einigen Menschen erste Rohfassungen, aber wĂ€hlte ihr Testpublikum mit Bedacht. Denn zu viel Feedback von zu vielen Menschen, kann eher einschĂŒchtern und irritierend sein als konstruktiv und voranbringend. Gleichzeitig ist es wichtig, die richtige Distanz im Produktionsprozess zu wahren und bestimmte Schritte sollten bewusst abgegeben werden, um einen kĂŒhlen Kopf zu behalten.

Rummykub sei ein wichtiges Spiel, um eine angehende Demenz bei Angehörigen festzustellen. In dem Dokumentarfilm BLAUER HIMMEL WEISSE WOLKEN von Astrid Menzel, spielt sie daher regelmĂ€ĂŸig mit ihrer Oma Carmen Rummykub.
Oma Carmen und Enkelin Astrid beim Rummykub spielen | BLAUER HIMMEL WEISSE WOLKEN © Astrid Menzel

Das Spiel mit der professionellen Distanz

Was braucht es, um den richtigen Abstand zu wahren? Welche Schritte sind nĂŒtzlich, um eine professionelle Distanz zu privaten und intensiven Themen zu schaffen? Astrid entschied sich, die Montage abzugeben. Jemanden auf das Material schauen zu lassen, der einen ganz frischen Blick auf das ganze Projekt werfen kann. Justin Koch (Editor) nimmt sich der Sache an und verleiht dem Film die finale LĂ€nge. Was nun noch fehlt ist ein fulminanter Festivalrun und ein Verleiher fĂŒr den Dokumentarfilm.

Der Vertrieb: Dokumentarfilm-Verleiher suchen und finden

Einen Dokumentarfilm zu realisieren ist von Anfang an hĂ€ufig eine Aufgabe fĂŒr EinzelkĂ€mpfer*innen. Allein oder nur mit einem sehr kleinem Team wird recherchiert, die Protagonist*innen hĂ€ufig ĂŒber einen langen Zeitraum portrĂ€tiert, die Postproduktion allein durchgefĂŒhrt und letztlich auch der Vertrieb gestemmt. Wie kommt der Film nun auf die große Leinwand? Wie findet der Film ĂŒber Verleiher sein Publikum? Wie können Verleiher fĂŒr Dokumentarfilme ĂŒberhaupt gefunden werden? Astrid hofft nach der Weltpremiere auf dem Dok.Leipzig nun endlich helfende HĂ€nde fĂŒr den Vertrieb zu finden. Allerdings gestaltet sich die Suche schwierig. Denn nach einer gefeierten Weltpremiere sinkt das Interesse von Sales Agents, den Film noch in den Vertrieb bringen zu wollen. Viel interessanter ist fĂŒr sie die Arbeit am nĂ€chsten Projekt. Dennoch bleibt Astrid hartnĂ€ckig und sucht weiter und wird fĂŒndig. Der Filmstart beginnt Mitte Mai und es wird u.a. entlang der Kanutour eine Kinotour geben.

Letztlich ist Astrid’s wichtigster Tipp: Dran bleiben, nachhaken, weitersuchen. Die potenziellen Verleiher immer wieder per Mail ĂŒber neue Erfolge des Films informieren. Sie aufmerksam machen ĂŒber den Wachstum des Films. Egal, ob es sich dabei um eine spezielle Auszeichnung handelt, einen Artikel in der Zeitung oder ein besonderes Screening im Rahmen einer thematisch angelegten Veranstaltung.

Unsere GĂ€stin

Astrid Menzel | Regisseurin
Webseite: www.astridmenzel.com
Crew United – LINK
Nicht im Traum (Trailer) – LINK
Blauer Himmel Weiße Wolken (Trailer) – LINK 
Blauer Himmel Weiße Wolken (Kinotour) – LINK
Across Nation (Verleiher) – LINK
Barnsteiner Film (Booking & Billing) – LINK

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Podcast
1:35 STUNDEN
21. Juli 2022

Direct Cinema: Das beobachtende Kino

Das Direct Cinema, CinĂ©ma VĂ©ritĂ© oder auch das beobachtende Kino sind Formen des Dokumentarischen. Im Kern geht es darum, die „AuthentizitĂ€t des filmischen Auftretens, so transparent wie möglich zu machen“, so Klaus Wildenhahn (Dokumentarfilmer). Besonders charakteristisch ist eine puristische, konzentrierte dokumentarische Form mit kaum oder gar keiner Musik, keiner oder nur wenigen Kommentaren. Das Direct Cinema fokussiert sich dabei auf das reine Beobachten, wĂ€hrend das CinĂ©ma VĂ©ritĂ© durchaus durch die PrĂ€senz der Kamera Provokationen evozieren möchte.

In der aktuellen Folge konzentrieren wir uns auf das Direct Cinema. Zusammen mit den Regisseuren Sebastian Winkels und Simon BrĂŒckner sprechen wir ĂŒber ihre dokumentarischen Arbeiten. Neben dem aktuellen Kinodokumentarfilm Eine deutsche Partei von Simon, erfahren wir auch von den Arbeitsweisen aus Sebastians Filmen, wie z.B: 7 BrĂŒder, Talking Money oder Mein schönes Leben (Nicht alles schlucken).

Welche Kniffe haben sie genutzt, um das Authentische ans Licht zu bringen? Welche innere Haltung ist wichtig, um herausfordernde Prozesse dokumentarisch zu begleiten? Was ist charakteristisch fĂŒr das Direct Cinema? Und warum ist das beobachtende Kino so wichtig fĂŒr uns und unsere Gesellschaft?

Zu Gast: Die Regisseure Simon BrĂŒckner und Sebastian Winkels

Simon studierte Sozialwissenschaften im Nebenfach an der Humboldt-UniversitĂ€t in Berlin und ist Initiator der selbstorganisierten Filmschule der FilmArche in Berlin. Das Dokumentarische und insbesondere das Direct Cinema begeistern ihn schon frĂŒh. Nach der Realisierung einiger Kurzfilmen, war ihm schnell klar, dass ihn das Reale mehr reizt als das Fiktive.

„Ich finde es gut, wenn ich Geschichten finde, anstatt sie zu erfinden.“

Simon BrĂŒckner

Sebastian kam als Kameraassistent zum Film. Seine Neugierde fĂŒr den Film wurde aber schon weit vor dieser TĂ€tigkeit durch die Super-8 Kamera entfacht. 1996 bewarb er sich fĂŒr das Kamerastudium der heutigen FilmuniversitĂ€t Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam und lernte dort den Dokumentarfilm fĂŒr sich kennen und lieben. Filmschaffende wie Raymond Depardon oder Frederik Wiseman (u.a.) waren fĂŒr ihn wichtige Wegbereiter, sich dem Dokumentarischen filmisch zu widmen. FĂŒr Sebastian ergeben sich aus den Mitteln des Dokumentarischen und insbesondere dem beobachtenden Dokumentarfilm andere Möglichkeiten, Welten, Themen, und Prozesse sichtbar zu machen.

„Der beobachtende Dokumentarfilm hat den Anspruch LebensrĂ€ume sichtbar zu machen, die wir noch nicht beschreiben, erfahren oder untersuchen konnten.

Sebastian Winkels

1998 lernten sich Simon und Sebastian bei einem Studentenfilm der DFFB kennengelernt. Seither arbeiten sie gemeinsam an ihren Dokumentarfilmprojekten und unterstĂŒtzen sich gegenseitig in ihren Vorhaben.

Eine deutsche Partei: Eine Beobachtung ĂŒber 2,5 Jahre

Film-Still aus Eine Deutsche Partei. Dokumentarfilm. Aaron Kimmig steht mittig im Bild mit einem Mikrofon auf offener Straße. Er ist Mitglied der Jungen Alternative: Die Aufnahme entstand am 13.08.21, bei einer Anti-Corona-Demonstration in Berlin.
Foto: Film-Still aus Eine Deutsche Partei – Aaron Kimmig, (Mitglied der Jungen Alternative) vom 13.08.21, bei einer Anti-Corona-Demonstration in Berlin | © Spicefilm

Über zwei Jahre begleitet der Regisseur Simon BrĂŒckner die AfD. Er nimmt die Haltung des neugierigen Forschers ein und ist mittendrin bei Fraktionssitzungen, Gremien auf regionaler Ebene oder dem Parteitag der AfD. Die entstandenen Filmaufnahmen fanden fĂŒr alle sichtbar und mit der Zustimmung der beteiligten Personen und Gremien statt. Die AfD hatte kein Mitspracherecht bei der Postproduktion. Gesa Marten und Sebastian Winkels editierten das Material und arbeiten ĂŒber ein Jahr am Filmschnitt. Ein essenzieller Prozess, der Sebastian, Simon und Gesa in einen wichtigen Austausch ĂŒber das entstandene Filmmaterial fĂŒhrt.

Ein Rendezvous mit der Bank und ein GesprĂ€ch mit sieben BrĂŒdern

Foto: Film-Still aus Talking Money | © déja-vu film

In seinem Dokumentarfilm Talking Money aus dem Jahre 2017, begibt sich Sebastian Winkels auf eine Weltreise und begleitet mit seinem Team ĂŒber 150 BankgesprĂ€che zwischen Bankier und Kunde. Egal, ob Bolivien, Georgien, Pakistan, Teheran oder der Schweiz – wir sind als Publikum dabei, wenn Kredite verhandelt oder Depos eröffnet werden.

Drei Jahre zuvor fĂŒhrt er Regie zusammen mit Jana Kalms und Peter Stolz beim Dokumentarfilm Mein schönes Leben (Nicht alles schlucken). Zwanzig Menschen mit Psychiatrieerfahrungen kommen in einem Stuhlkreis zusammen und berichten von ihren subjektiven Erfahrungen und Einblicken. Ganz durchmischt kommen neben den Betroffenen, Angehörige, Ärzt*innen und Pflegende zu Wort.

2003 realisiert Sebastian seinen Abschlussfilm an der FilmuniversitĂ€t Babelsberg, den Dokumentarfilm 7 BrĂŒder. Die Protagonisten erzĂ€hlen vor laufender Kamera aus ihrem Leben, ihrem VerhĂ€ltnis zu ihren Eltern und welche Erlebnisse sie untereinander bewegt und geprĂ€gt haben.

Foto: Film-Still aus 7BrĂŒder | Wolfgang Hufschmidt Jahrgang 1934 | © Piffl Medien

Die Freiheit des dokumentarischen Kinos

„Die Freiheit im Gucken ist das, wofĂŒr ich ins dokumentarische Kino gehe. Und ich finde diese Freiheit ist seltener geworden. Sie nimmt ab, nicht zu.“

Sebastian Winkels

Sebastian und Simon berichten, wie herausfordernd es durchaus sein kann Dokumentarfilmprojekte zu realisieren, die kein eindeutiges Ergebnis prognostizieren können. Aber welcher Dokumentarfilm kann das schon? Dabei fordert gerade die Form des Direct Cinema, nicht nur das Publikum auf mĂŒndig zu sein – sich in den Diskurs zu begeben, um eine eigene Antwort zu diskutieren – sondern schon die potenziellen Produzent*innen, Geldgeber*innen werden dazu aufgefordert, Ă€hnlich wie bei einem wissenschaftlichen Projekt, den Ausgang ergebnisoffen anzugehen. Nur so ist eine kĂŒnstlerische Forschung im Sinne des Direct Cinema ĂŒberhaupt möglich. Nur so können andere Wege gefunden werden, das Unbeschreibbare beschreibbar zu machen, das Unerfahrbare erfahrbar und das Unsichtbare sichtbar.

Unsere GĂ€ste

Simon BrĂŒckner
Regisseur
Webseite – LINK
Crew United – LINK
Eine deutsche Partei (Webseite) – LINK
Eine deutsche Partei (Podcast) – LINK

Sebastian Winkels
Regisseur
Crew United – LINK
7BrĂŒder – LINK
Mein schönes Leben (Nicht alles schlucken) – LINK
Talking Money – LINK

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Podcast
55 MINUTEN
28. April 2022

Eine gefĂŒhlvolle Wegbegeleiterin: Die Filmmusik

Trauer, Liebe, Angst, Mut, Vertrauen – Filmmusik transportiert und unterstĂŒtz die GefĂŒhlswelten eines Films. Egal ob Science-Fiction, Drama oder Dokumentation – fĂŒr jedes Genre und filmisches Format kann Filmmusik komponiert werden. Der Soundtrack oder die Filmmusik funktioniert wie eine treue Wegbegleiterin, die dem Publikum geschickt wichtige Informationen des Filmgeschehens mit an die Hand gibt. Doch wie entsteht so ein Soundtrack? Wie wird Filmmusik konzipiert und komponiert? Wie werden GefĂŒhle vom Bild in die Musik ĂŒbersetzt? Und wie funktioniert eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Regie und Filmkomponist*in?

Familienfoto: Eva Fassbender geb. Schöllack (Emilia SchĂŒle), Caterina Schöllack (Claudia Michelsen), Helga von Boost geb. Schöllack (Maria Ehrich), Dorli (Alma Löhr), Monika Schöllack (Sonja Gerhardt) | © ZDF | Stefan Erhard

Die Filmkomponistin Anna KĂŒhlein berichtet uns von ihrer Arbeit und gibt uns einen Einblick in ihre Prozesse. Neben den Dokumentarfilmen WEM GEHÖRT MEIN DORF? (R: Christoph Eder) oder VIER STERNE PLUS (R: Antje Schneider) komponierte sie auch fĂŒr große Serien wie KUDAMM 59 (UFA Fiction) oder WIR SIND JETZT (RTL II). Sie erzĂ€hlt uns anhand von einzelnen Projekten, wie sie in die Kommunikation mit der Regie geht. Wie sie ihre Instrumente wĂ€hlt und welche Werkzeuge fĂŒr sie wichtig sind, um beim Komponieren den Überblick zu behalten. Sie betont, dass jedes Projekt ein Neuanfang ist und das wichtigste Element zwischen Regie und Filmkomponist*in ist und bleibt das Vertrauen.

© jip film & verleih

Wir sehen bewusst – wir hören unbewusst!

Über das Sehen nehmen wir einen Film bewusst wahr. Unsere Kultur ist primĂ€r geprĂ€gt durch das visuelle Sinnesorgan – das Auge. Über den Ton, das Auditive – nehmen wir den Film auf einer zweiten, tieferen Ebene wahr – unbewusst. Genau dieser subversive Einfluss, ermöglicht es der Filmmusik, eine intensive Wirkung auf unsere Filmwahrnehmung zu erzielen. Als Filmkomponistin ist damit eine große und wunderbare Aufgabe verbunden. Der Film bekommt durch die Vertonung eines Soundtracks ein zweites Herz. Doch wie gestaltet sich der Prozess der Soundfindung? Welches Instrument passt fĂŒr das filmische Format und die Geschichte am besten? Wie wird das musikalische Motiv entwickelt?

Unsere GĂ€stin

Filmkomponistin Anna KĂŒhlein komponiert fĂŒr Dokumentarfilme, Serien und Spielfilme.
Anna KĂŒhlein | Foto: Eva Thonke

Anna KĂŒhlein
Filmkomponistin
Webseite: https://www.annakuehlein.com/
Crew United – LINK

Diese Filme/Komponistinnen wurden erwÀhnt:

4 MINUTEN – Musik: Annette Focks

DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE – Musik: Yann Tiersen

UNDER THE SKIN – Musik: Mica Levi

MANIAC – Musik: Dan Romer

MOONLIGHT Musik: Nicholas Britell

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Podcast
47 MINUTEN
2. Dezember 2021

Die Filmszene ist eingebettet in feste Machtstrukturen. Hierarchien und Top-down Prozesse zeichnen hÀufig die Produktion. Vereinzelt gibt es kollektive Impulse, Doppelspitzen in Regie, kollaborative Arbeit im Writersroom oder auch im Schneideraum. Der Trend, auf Augenhöhe zu arbeiten, ist nicht nur eine Welle, sondern eine aufkommende innere Haltung, die sich im Mindset der Filmschaffenden zu etablieren scheint. Leider spielen sich in den dunklen ZwischenrÀumen des Filmschaffens auch andere Szenen ab.

THE CASE YOU von Alison Kuhn | © Lenn Lamster / mindjazz pictures

In dem 80-minĂŒtigen Dokumentarfilm THE CASE YOU (2020) fĂŒhren die fĂŒnf Schauspielerinnen in einem Theatersaal durch ihre Erinnerungen. Diese Erinnerungen beziehen sich auf einen konkreten Vorfall innerhalb eines Castings im Jahre 2015. In dieser Castingsituation erfahren sie systematische gewaltvolle und sexuelle Übergriffe, welche sie gemeinsam rekonstruieren. Es geht ganz klar um eine Form der GrenzĂŒberschreitung, um Machtmissbrauch im Castingprozess. Alison Kuhn, zu dieser Zeit selbst Schauspielerin, war als Bewerberin im Casting mit dabei. Einige Jahre spĂ€ter bewarb sie sich bei der FilmuniversitĂ€t Babelsberg KONRAD WOLF im Studienfach Regie und wusste genau, dass sie dieses Thema, diesen Vorfall filmisch aufarbeiten möchte. Es gelingt ihr. Nun ist THE CASE YOU schon auf einer Vielzahl wichtiger Festivals unterwegs gewesen und wird am 10. MĂ€rz 2022 seinen Kinostart verzeichnen. Dieses außergewöhnliche Dokumentarfilmprojekt ist eine intensive und sehr intime Reise durch die Erinnerungswelten der fĂŒnf Frauen. Alison Kuhn schafft in dem Theatersaal einen sicheren Raum fĂŒr die Betroffenen und eröffnet ihnen eine Plattform, ihren GefĂŒhlen Strahlkraft zu verleihen. Sie werden vom Publikum gehört, gefĂŒhlt, empowert.

THE CASE YOU von Alison Kuhn | © Lenn Lamster / mindjazz pictures

In unserer heutigen Folge spricht Alison Kuhn (Regisseurin, Schauspielerin) ĂŒber ihre Arbeit am Dokumentarfilmprojekt THE CASE YOU sowie ihren neusten Kurzfilm FLUFFY TALES. Außerdem erzĂ€hlt sie uns, wie sie gerade bei sensiblen Szenen mit Team&Cast kommuniziert.

Unsere GĂ€stin:

Alison Kuhn | © Christian Zipfel

Alison Kuhn
Regisseurin / Schauspielerin
Webseite: www.alisonkuhn.com 
Crew United (Schauspielerin) – LINK
Crew United (Regisseurin) – LINK

THE CASE YOU
Teaser – LINK
Kinostart – 10. MĂ€rz 2022
Filmlöwin (Artikel) – LINK

FLUFFY TALES
Aktueller Kurzfilm nominiert fĂŒr den Deutschen Kurzfilmpreis 2021.

SCHWARMTIERE
Eine Literaturadaption, welche auf 3Sat ausgestrahlt wird. tba

WeiterfĂŒhrende Links:

Initiativen & Kontaktdaten bei sexuellen und gewaltvollen Übergriffen

Wenn du sexuelle oder gewaltvolle Übergriffe erfahren hast, scheue dich nicht, dich an einer dieser Organisationen zu wenden. Sie können dir direkt Hilfe und UnterstĂŒtzung anbieten. Du bist nicht allein!

berta – Beratung und telefonische AnlaufstelleLINK
Das berta-Telefon richtet sich an Betroffene organisierter sexualisierter und ritueller Gewalt, sowie an Angehörige, Helfende und FachkrĂ€fte. „berta“ bietet Menschen Entlastung, Beratung und UnterstĂŒtzung beim Aussweg aus organisierten sexualisierten und rituellen Gewaltstrukturen und unterstĂŒtzt darĂŒber hinaus alle, die sich um jemanden sorgen, einen Verdacht haben oder Informationen zum Thema suchen.

Hilfetelefon sexueller Missbrauch LINK
Das „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ ist die bundesweite, kostenfreie und anonyme Anlaufstelle fĂŒr Betroffene von sexueller Gewalt, fĂŒr Angehörige sowie Personen aus dem sozialen Umfeld von Kindern, fĂŒr FachkrĂ€fte und fĂŒr alle Interessierten.

Themis – Vertrauensstelle gegen sexuelle BelĂ€stigung und Gewalt e.V. LINK
Die „Themis Vertrauensstelle“ richtet sich speziell an film- und theaterschaffende Personen.

Weißer Ring LINK
Der „Weiße Ring“ richtet sich an Opfer von KriminalitĂ€t und Gewalt.

Wildwasser Kreis Groß-Gerau e.V. LINK
Der „Verein Wildwasser“ bietet Hilfe fĂŒr Betroffene, Angehörige und Vertrauenspersonen sowie Fachpersonal.

Dies ist lediglich eine Auswahl von einzelnen Organisationen, es gibt noch viele mehr.

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Podcast
50 MINUTEN
23. September 2021

Wie gestaltet und portrÀtiert man Geschichten von Menschen, die einem sehr nahe stehen?
In MEIN VIETNAM von Hien Mai und Tim Ellrich geht es genau darum: als privates & berufliches Team zusammenzuarbeiten, um die eigene, sehr nahe Geschichte der Familie zu erzÀhlen.

Die Eltern Tam und Bay im GesprÀch mit der Verwandtschaft | Dokumentarfilm MEIN VIETNAM
Die Eltern Tam und Bay im GesprĂ€ch mit der Verwandtschaft | © SWR/Filmakademie Baden-WĂŒrttemberg

Zwei Jahre begleiteten sie Hien’s Eltern. Zu frĂŒhen Morgenstunden, bei der Arbeit, beim nĂ€chtlichen Remote-Karaoke, bei intimen Streitigkeiten um das Haus in Vietnam und bei der Beerdigung der Tante. UnzĂ€hlige Stunden Material. Dreharbeiten auf vietnamesisch. Eng an eng gemeinsam in einem sehr privaten Raum. WĂ€hrend der intensiven Zeit der Dreharbeiten wird parallel das Material sorgfĂ€ltig gesichtet und untertitelt. Alles in Eigenarbeit und mit großem FeingefĂŒhl gehen Tim Ellrich und Hien Mai zusammen die Szenen durch. Es entsteht ein Dokumentarfilm, der puristisch, mit viel Mut und Liebe zur Familie den Einblick in den Mikrokosmos von Ehepaar Bay und Tam eröffnet.

Wie Hien Mai und Tim Ellrich die Dreharbeiten und die Fertigstellung von MEIN VIETNAM meisterten, berichten sie in unserer aktuellen Folge.

Hien Mai und Tim Ellrich wurden fĂŒr MEIN VIETNAM mit dem First Steps Award – Der deutsche Nachwuchspreis als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und ist Gewinnerfilm des 50. internationalen Studierendenfilmfestival SehsĂŒchte in der Sektion BESTER DOKUMENTARFILM LANG.

Am 28.10.2021 wir der Dokumentarfilm im SWR ausgestrahlt und ist danach auch in der ARD-Mediathek verfĂŒgbar.

Unsere GĂ€ste:

Hien Mai
Regisseurin
Crew United – LINK

Tim Ellrich
Regisseur
Crew United – LINK

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WeiterfĂŒhrende Links:
Mehr zum Film MEIN VIETNAM
Coronado-Film (Webseite) – LINK
Sendetermin – LINK
Instagram – @meinvietnamfilm
Facebook – @meinvietnamfilm 

Podcast
01:13 MINUTEN
12. November 2020

Montieren im Team

– Kollaboratives arbeiten von Filmeditor*innen –

Der Job als Editor*in findet allein im dunkeln Schneideraum statt. So zumindest die weiterverbreitete Vorstellung. Das dieses Berufsbild jedoch ganz andere Alltagsbilder zeichnet zeigen uns Carlotta Kittel (Editorin) und Anne JĂŒnemann (Editorin). Die Arbeit als Editor*in im Team

Welche Vorteile und Chancen ergeben sich fĂŒr die Filmeditorinnen sowie fĂŒr Regie und Produktion, wenn es die Möglichkeit gibt, kollaborativ an der Bildmontage mit anderen Editorinnen zu arbeiten? Was gilt es zu beachten in puncto Kommunikation, Sichten des Filmmaterials oder gar der Verteilung einer möglichen Hierarchie zwischen den Editor*innen? Und welche wichtige Rolle spielt der Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. (BFS)?

Anne JĂŒnemann und Carlotta Kittel berichten von ihren eigenen Erfahrungen im Team und geben uns gleichzeitig einen Einblick in die gesammelten und dokumentierten Erkenntnisse anderer Filmeditor*innen. Zudem skizzieren sie das Profil des BFS und nennen die wichtigsten Vorteile und Leistungen einer aktiven Mitgliedschaft im Verband.

Portraitfotos: v.l.n.r. Anne JĂŒnemann, Carlotta Kittel
Portraitfotos: v.l.n.r. Anne JĂŒnemann, Carlotta Kittel

Anne JĂŒnemann
Filmeditorin
BFS – LINK
Vimeo – LINK
ungeSCHNITTen Podcast: Spotify – LINK / Webseite – LINK

Als Quereinsteigern ging sie ihren Weg von der Schnittassistentin, ĂŒber die Junior Editorin bis hin zur freiberuflichen Editorin fĂŒr Werbespots, Imagefilme und Trailer.
Um ihr Wissen um die Schnittkunst zu erweitern, entschied sie sich fĂŒr das Montage Studium an der FilmuniversitĂ€t KONRAD WOLF in Potsdam Babelsberg. 2014 wurde ihr Diplomprojekt „Am Anfang“ unter der Regie von Josephine Links beim Kasseler Dokumentarfilmfestival uraufgefĂŒhrt und auf mehreren deutschen FernsehkanĂ€len ausgestrahlt. Seitdem arbeitet sie erfolgreich als Editorin fĂŒr Spiel- und Dokumentarfilm und ist mit ihrer Arbeit auf zahlreichen Festivals vertreten. Als aktives Mitglied des Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. (BFS) organisiert sie regelmĂ€ĂŸig Veranstaltungen zum Berufsbild Editor*in und deren kĂŒnstlerische Auseinandersetzung in den verschiedenen Genres.

Carlotta Kittel
Filmeditorin, Filmemacherin, Vorstand beim BFS
BFS – LINK
Facebook – LINK

Carlotta Kittel arbeitet als freie Filmeditorin und Filmemacherin in Berlin. Sie studierte Montage an der FilmuniversitĂ€t Babelsberg KONRAD WOLF und schloss das Studium 2013 mit dem Diplom ab. Sie absolvierte ein Auslandsjahr an der Filmhochschule in ƁódĆș (Polen) und ein postgraduales MeisterschĂŒlerin-Studium an der FilmuniversitĂ€t Babelsberg. Als Editorin montiert sie Dokumentar- und Spielfilme fĂŒr Kino und TV, zuletzt u.a. den Dokumentarfilm „Glitzer&Staub“ (Regie: Anna Koch & Julia Lemke) und die Joyn-Serie „Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers“ (Regie: Julian Pörksen, Co-Montage: Anne JĂŒnemann). Der Dokumentarfilm „ER SIE ICH“ (Vorauswahl Deutscher Filmpreis) markierte Carlottas RegiedebĂŒt. Sie ist im Vorstand des Bundesverband Filmschnitt Editor (BFS) sowie Mitglied in der AG Dok, bei Pro Quote Film und in der Deutschen Filmakademie.

Spannendes zum Thema Arbeit im Filmkollektiv gibt es hier zu lesen.

Ähnliche Folgen: #94 | Webserien: Working on HAUSEN

Podcast
01:27 STUNDE
25. Juni 2020

Mitten im Protest

– Dokumentarfilmer in Krisengebieten –

Das Recht zu demonstrieren, frei seine Meinung zu Ă€ußern, sich zu versammeln und zu protestieren ist in Deutschland ein Grundrecht. Zu Zeiten von Corona wird dieses Recht mehr denn je beschnitten. Nur schwer wird sich diese Freiheit des Protests zurĂŒckerkĂ€mpft. In anderen LĂ€ndern gehört es zum Alltag das die freie MeinungsĂ€ußerung, in Form von Demonstration geahndet wird mit heftigen Ausschreitungen vonseiten der Regierung. Teilweise bleiben die Forderungen der Demonstranten sogar gĂ€nzlich ungehört.

© Nightrunner Productions GbR: HILDA (Uganda), RAYEN (Santiago de Chile) und „PEPPER“ (Hongkong) die fĂŒr ihre Überzeugung eintreten.

Die drei portrĂ€tierten Aktivistinnen HILDA (Uganda), RAYEN (Santiago de Chile) und „PEPPER“ (Hongkong) – die aus GrĂŒnden der Sicherheit ein Pseudonym trĂ€gt – senden aus dem hier und jetzt eine klare Botschaft an die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ihres Lande sowie an die Kinder der Zukunft: „We are a generation of scared people. But very ambitious, very united, very persistent and very good at action.“ DEAR FUTURE CHILDREN, ein Dokumentarfilm von Regisseur Franz Böhm und Producer Ansgar Wörner.

In dieser Episode werden die beiden uns berichten, wie sie es geschafft haben ihr Dokumentarfilmprojekt autark zu produzieren und was es bedeutet, inmitten von gefÀhrlichen Protestsituationen zu drehen.

DEAR FUTURE CHILDREN – LINK

Franz Böhm
Regisseur
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Ansgar Wörner
Producer
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© Nightrunner Productions GbR/Franz Böhm: Franz Böhm
© Nightrunner Productions GbR: Ansgar Wörner

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Ähnliche Folgen:
#60 | Hybridformen des Dokumentarischen

Podcast
01:22 STUNDE
21. November 2019

Der Film ist fĂŒr die Rezipient*innen ein Fenster zur Welt. Der Dokumentarfilm nimmt hierbei einen ganz besonderen Platz in Form und Funktion ein. So gilt jede Einstellung, jeder Schnitt und jeder zugefĂŒgte Sound stets als ein kĂŒnstlerisches Arrangement – ergo als eine Form der Inszenierung des Authentischen. Der Dokumentarfilm ist kein objektives Artefakt, sondern ein subjektiver Blick auf eine Wahrheit von vielen, auf einen Ausschnitt von vielen.

© zeitgebilde Filmproduktion – PLAYLAND USA

Diesmal gehen wir mit Regisseur Benjamin Schindler ins GesprĂ€ch, der mit uns ĂŒber die Realisierung seines high-class Dokumentarfilms PLAYLAND USA spricht. Außerdem reden wir ĂŒber Dokumentarfilme, die uns geprĂ€gt haben, und lassen unseren Blick kurz ĂŒber andere Formen des Dokumentarischen schweifen.

Da die Zeit viel zu kurz war und das Thema Raum lĂ€sst fĂŒr weitere Diskussionen blicken wir einer baldigen Fortsetzung ins Auge. Oder Benjamin?

Über folgende Filme haben wir gesprochen:

  • Unser tĂ€glich Brot (2005) – R: Nikolaus Geyrhalter D: Nikolaus Geyrhalter, Wolfgang Widerhofer K: Nikolaus Geyrhalter P: Nikolaus Geyrhalter, Michael Kitzberger, Markus Glaser, Wolfgang Widerhofer
  • Erde (2019) – R: Nikolaus Geyrhalter D: k.A. K: Nikolaus Geyrhalter P: Nikolaus Geyrhalter, Michael Kitzberger, Markus Glaser, Wolfgang Widerhofer
  • The War Game (1965) – R: Peter Watkins D: Peter Watkins K: Peter Bartlett P: Peter Watkins
  • Strafpark (1971) – R: Peter Watkins D: Peter Watkins K: Joan Churchill P: Susan Martin
  • Shoah (1985) – R: Claude Lanzmann D: k.A. K: Dominique Chapuis, Jimmy Glasberg, William Lubtchansky
  • Das Ding am Deich (2012) – R: Antje Hubert D: Antje Hubert K: Barbara Metzlaff P: thede Filmproduktion (Christian Bau, Alexander Gramatke, Maria Hemmleb, Antje Hubert, Jens Huckeriede, Barbara Metzlaff)
  • ER SIE ICH (2017) – R: Carlotta Kittel D: k.A. K: Andac Karabyoglu P: FilmuniversitĂ€t Babelsberg KONRAD WOLF
Benjamin Schindler
Regisseur
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Gruppenfoto – Anzeigebild (oben): Â© zeitgebilde Filmproduktion – v.l.n.r.: Elisabeth Krefta, Jan Wilde, Benjamin Schindler, Lukas Truniger. 

Weiteres zum Thema Dokumentarfilm findet ihr hier

Podcast
1:15 STUNDE
22. Juni 2017

Heute wird nicht viel geredet sondern gleich auf den Punkt gebracht. In dieser Folge des Indiefilmtalk Podcasts reden Dieter Primig, Regisseur und Filmemacher und ich ĂŒber die verschiedensten Themen aus dem Filmemacher-Leben. Die großen Themen sind zum einen Werbefilme und die Werbefilmproduktion und was wir so schön am Drehen von diesen finden. Als zweites Thema gehen wir auf den Bereich Dokumentarfilme und die Produktion von denen, am Beispiel von Dieters letzten Dokumentarfilm „Rule of Nature“ ein und reden noch zusĂ€tzlich darĂŒber, wie man damit klar kommen kann, wenn alles schief geht.

Bild Kamera Produktion Werbefilme
Werbefilme drehen kann richtig Spaß machen

Auf dem Weg zu den Themen machen wir ein paar kleine Abstecher in anderen Bereichen des Filmemachens
 Also lasst Euch ĂŒberraschen.

Trailer: „Rule of Nature“

„Es gibt Themen im Leben, bei denen man viel lernt, aber am Ende weniger weiß als am Anfang“ Dieter Primig

Dieter Primig
Regisseur
Webseite – LINK

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#08 | Netzwerken: Muss das sein?

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