Filme und Geschichten besitzen die Kraft, gesellschaftliche Debatten anzustoßen und uns in Zeiten globaler Krisen Orientierung oder manchmal auch Zuflucht zu bieten. Doch vor welchen Herausforderungen stehen Geschichtenerzähler*innen heute, wenn sie reale Konflikte aufgreifen, ohne ihre Erzählungen in reine politische Lehrstücke zu verwandeln?

In unserer heutigen Folge fragen wir, wie Geschichten unterhalten, Haltung zeigen und neue Perspektiven eröffnen können. Darüber sprechen wir mit Sandra Ehlermann, Dramaturgin, Vorstandsvorsitzende des Verbands für Film- und Fernsehdramaturgie (VeDRA) und Letícia Milano, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Autorin, Dramaturgin und Gründungsmitglied des Büros für vielfältiges Erzählen.
Gemeinsam erkunden wir, wie Geschichten Hoffnung wecken und Raum für neues Denken schaffen können. Sandra und Letícia geben Einblicke in die dramaturgische Praxis und diskutieren mit uns, warum jede Erzählung eine Haltung vermittelt. Dabei geht es auch darum, wie diese Haltung eine Geschichte bereichern kann, wenn sie Fragen aufwirft, Widersprüche zulässt und dem Publikum Raum für eigene Antworten gibt.

FilmStoffEntwicklung – Tag der Dramaturgie 2026
Wer die Themen dieser Folge vertiefen möchte: Am 14. November 2026 lädt VeDRA zur FilmStoffEntwicklung – Tag der Dramaturgie ins SPIELFELD Digital Hub in Berlin ein. Unter dem Motto „Zukunft Erzählen – Geschichten zwischen Ohnmacht und Ermächtigung“ diskutieren Filmschaffende über zeitgemäße Geschichten und neue dramaturgische Ansätze. Neben Panels bieten 18 „Orange Tables“ Gelegenheit, Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen und gemeinsam weiterzudenken.
Gäste
Sandra Ehlermann | Dramaturgin, Vorstandsvorsitzende VeDRA – LINK
Sandra Ehlermann ist Dramaturgin, Producerin und seit 2026 Vorstandsvorsitzende des Verbands für Film- und Fernsehdramaturgie (VeDRA). Sie studierte Film- und Fernsehwissenschaft sowie Regie und arbeitete viele Jahre als Lektorin, unter anderem für WDR und ZDF. Mit Scriptmakers schuf sie einen Castingservice für Drehbuchautor*innen. Heute begleitet sie fiktionale und dokumentarische Projekte, berät Autor*innen und arbeitet als Coach und Moderatorin. Ihr besonderes Augenmerk gilt Wertekonflikten, den offenen und verdeckten Botschaften einer Geschichte sowie der emotionalen Reise des Publikums.
Letícia Milano | Autor*in, Dramaturg*in, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende VeDRA – LINK | LINK
Letícia Milano ist Autor*in und Dramaturg*in, stammt aus Brasilien und studierte Drehbuch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Neben der Arbeit an zahlreichen Serienformaten engagiert sich Letícia im Kinder- und Jugendfilmbereich. 2019 gründeten Letícia Milano und Johanna Faltinat das Büro für vielfältiges Erzählen, das Dramaturgie mit Diversität, Inklusion und Antidiskriminierung verbindet. Im Mittelpunkt steht die Begleitung von Filmschaffenden, um stereotype Darstellungen zu hinterfragen, Machtverhältnisse sichtbar zu machen und neue Erzählweisen zu entwickeln.
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