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Kamera

Filmanalyse f√ľr Filmschaffende

– Und wie man durch das Filmschauen Filmemachen lernt –

Inhalt und Gestaltung sind das Herzst√ľck einer filmischen Erz√§hlung. Getrennt voneinander existieren sie nicht. Der Stil eines Filmes, die Stimmung einer Szene oder die besondere Wirkung einer Sequenz resultieren erst aus dem Zusammenspiel der Elemente: Kameraeinstellung, Montage, Farbdramaturgie, Symbolik, Set Design, Schauspiel, Ton, Musik etc. Vieles l√§sst sich schon beim Drehbuchschreiben konzipieren. Manchmal sind wir uns unserer stilistischen Entscheidungen aber gar nicht so bewusst oder sehnen uns nach mehr Kreativit√§t. Wie k√∂nnen wir also unser filmtechnisches Denken und Handwerk erweitern, um mehr Inszenierungsm√∂glichkeiten vor Augen zu haben? Durch die Filmanalyse.

Bewusstes Filmschauen durch die Filmanalyse

Nicht jeder Film erfindet nat√ľrlich das Rad neu. F√ľr verschiedene Genres und Formate haben sich bestimmte Konventionen etabliert ‚Äď das wird z.B. klar wenn man sich den unterschiedlichen Rhythmus von Kom√∂dien und Dramen ansieht. Diese k√∂nnen befolgt aber auch bewusst gebrochen werden. Viele Entscheidungen sind nat√ľrlich an Produktionsbedingungen gebunden, andere gestalten Filmschaffende auch unbewusst, denn jeder ist schlie√ülich auch von den eigenen Sehgewohnheiten beeinflusst. Gerade deshalb kann es hilfreich sein, die pers√∂nlichen Vorlieben und somit die Arbeit anderer Filmschaffenden genauer zu erforschen. Also nun, auf zur Filmanalyse, so vergehen die Lockdown-Tage im Nu.

Vertikale Montage von Sergej M. Eisenstein Quelle: Wikimedia Commons ‚ÄĒ By –°.–ú. –≠–Ļ–∑–Ķ–Ĺ—ą—ā–Ķ–Ļ–Ĺ (–†–ł—Ā—É–Ĺ–ĺ–ļ –ł–∑ —Ā—ā–į—ā—Ć–ł „–í–Ķ—Ä—ā–ł–ļ–į–Ľ—Ć–Ĺ—č–Ļ –ľ–ĺ–Ĺ—ā–į–∂“ 1940 –≥.) [Public domain]

Wie analysiere ich einen Film? Damit das Ganze am meisten Spa√ü macht, empfiehlt es sich nat√ľrlich, einen Film zu w√§hlen, den ihr gut findet und m√∂glicherweise schon √∂fter gesehen habt. Nach einer (erneuten) Sichtung √ľberlegt ihr euch, welche Szene(n) ihr nun genauer unter die Lupe nehmen wollt. Spielt diese nochmal ab. Als n√§chstes fragt ihr euch, worauf ihr zuerst achten wollt: auf die Kameraeinstellungen, Schauspiel, Bewegung von Kamera und Schauspieler*innen, etc.? Einen Fokus zu setzen, erleichtert es, in einzelnen Aspekten tiefer zu gehen. Analysiert man etwa Bild und Tonebene getrennt, l√§sst sich die Gesamtwirkung danach differenzierter betrachten: Doppeln sich die Bedeutungsebenen oder erzeugen sie Mehrdeutigkeit?

Manchmal wissen wir aber auch nicht so schnell, wo wir anfangen sollen. In dem Fall lohnt sich eine kleine Recherche als Input – das Internet hat unendlich viele Analysevideos zu bieten von Kubrick Einsatz von Close-Ups bis zu Amirpours Bildsprache in A Girl Walks Home Alone At Night. Viele DVDs enthalten erkl√§rende Audiokommentarspuren der Regie. Nun vielleicht schon eher inspiriert f√ľr die eigene Analyse?

Wenn ihr beim erneuten Ansehen eurer gew√§hlten Szene z.B. merkt, dass Close-Ups h√§ufig vorkommen, fragt euch: Wie w√ľrde die Szene wirken, wenn der/die Filmschaffende stattdessen Halbtotalen oder Totalen eingesetzt h√§tte? Inwiefern w√§re der Fokus der Erz√§hlung verschoben? Mit welcher Wirkung? Nahe Einstellungen heben z.B. emotionale Reaktionen der Figuren hervor, w√§hrend Totalen den inneren Zustand eines Charakters auf symbolischere Weise erz√§hlen k√∂nnen, etwa indem dieser verloren innerhalb eines √ľberw√§ltigenden Settings steht.

Vielleicht seid ihr aber auch mehr der/die learning by doing type? Sareesh Sudhakaran schl√§gt vor, sich Szenen, sofern das Herunterladen m√∂glich ist, in einer Schnittsoftware zu importieren und hands-on eine ver√§nderte Reihenfolge von Shots auszuprobieren – eine gute M√∂glichkeit, um die Wirkung der Montage zu testen. Genauso lie√üen sich die Tonspur ver√§ndern, Helligkeit, Tempo und und und. Andere konzentrierte Analysetechniken sind z.B. das Abspielen in Zeitlupe, das Betrachten ohne Ton, das H√∂ren ohne Bilder – wie viel verstehen wir von der Story, wenn Elemente fehlen? Lustiger und produktiver kann auch der gemeinsame Austausch √ľber eine Filmszene mit Freundinnen oder Kolleginnen sein. So kommt man au√üerdem oft auf neue Ideen.

Weiterf√ľhrende Tipps:

Der Indiefilmtalk Filmbreak f√ľr alle die gemeinsam Filmszenen analysieren wollen: Wenn du Lust hast dich mehr mit der Analyse zu besch√§ftigen und dabei mit Kollegen und Kolleginnen auszutauschen, schau doch auch gerne mal bei unserem monatlichen Filmbreak-Abenden vorbei

Tolle Scenebreakdowns findet man auch beim Youtube Channel von Studiobinder – LINK

Noch mehr zum Thema Filmanalyse gibt es hier

Beitrag
10. August 2020

Diversit√§t in Film und Medien 

Wie viele komplexe Protagonist*innen, die keine wei√üen, heterosexuellen, able-bodied, cis-M√§nner sind, fallen euch spontan ein? Diversit√§t im Film?

© Rachel Idzerda for Variety

Die westliche Filmproduktion und ihr Kanon gro√üer Meister ist seit jeher auf wei√üe, m√§nnliche als verm√∂gende konzipierte Helden fokussiert. People of Color, disabled persons, Frauen, √§ltere Personen machen noch immer einen weit geringeren Teil der repr√§sentierten Filmfiguren aus. Ein Inklusions- und Diversit√§tsbericht der University of Southern California enth√ľllte 2018 anhand von 1100 Filmen deutliche Defizite, drastische Zahlen stellte auch die Writers Guild of America fest. In Deutschland zeigte z.B. – v.a. die Frage der Geschlechtergerechtigkeit betreffend die Malisa Stiftung gro√üe L√ľcken auf (mehr dazu bei der Filml√∂win). Eine umfassendere Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera im deutschsprachigen Raum – ‚ÄěVielfalt im Film“ – ist zur Zeit im Gange. 

Vormachtstellung vs. Diversit√§t 

Medienangebote vernachl√§ssigen vielfach diversere Perspektiven und erkl√§ren so die dominierende Erz√§hlweise als nat√ľrlich und gesellschaftlich repr√§sentativ. Davon abweichende Narrative und Figuren werden an den Rand gedr√§ngt, marginalisiert. Doch abgesehen davon, dass die gegenw√§rtige mediale Repr√§sentation nicht der real existierenden Diversit√§t entspricht, sollte gerade das Medium Film seinem Publikum auch m√∂gliche Welten n√§her bringen, einen Bildungsauftrag erf√ľllen ‚Äď wie auch Sheri Hagen in unserer Episode zur Diversit√§t erkl√§rt.

Zwar gibt es ansatzweise Regelungen, die eine Ver√§nderung der gegenw√§rtigen Zust√§nde ansto√üen sollen, doch stehen wir hier noch weit am Anfang. Bisher sind US-amerikanische Studios und Streaminganbieter sowie der BFIfederf√ľhrend. Aktionen wie #oscarssowhite oder #whitewashedOUT kritisierten etwa die wei√üe Vormachtstellung der Academy ‚Äď kein exklusiv US-amerikanisches Ph√§nomen, im Gegenteil, denn die deutschsprachige Filmindustrie ist genauso wie andere Bereiche der Gesellschaft durchzogen von strukturellen Rassismen und anderen, sich teilweise √ľberschneidenden Diskriminierungsformen, die Teil des Systems sind (Stichwort Intersektionalit√§t).  

Whose gaze is it? 

Mit der Frage danach, wer eine Stimme und ein Gesicht erh√§lt, ist untrennbar die des Identifikationsangebots verbunden. Dass das Fehlen von erm√§chtigenden role models nicht zuletzt negativen Einfluss auf die Ausbildung des Selbtswertgef√ľhls marginalisierter Menschen nehmen kann, ist fatal (Studie von Yang 2017).

Ausgehend von der Kritik feministischer Filmtheoretikerinnen am patriarchalen male gaze in den 1970er Jahren, bekam bald darauf auch die Thematisierung weiterer, mehrfacher Diskriminierungsformen Aufmerksamkeit. So beschrieb bell hooks 1984mit dem oppositional gaze die Position Schwarzer Zuseherinnen in einer wei√üen, patriarchalen Mehrheitsgesellschaft. Anne Kaplan kritisierte mit dem imperial gaze die Blickgewohnheitendes Hollywood-Kinos, das durch seinen werte-geladenen Blick den/die Betrachteten ethnischer Minderheiten degradiert.

Die Trope des ‚Äěmale negro‚Äú l√§sst sich als ein Effekt solcher Verfahrensweisen entlarven. Die in den letzten Jahren h√§ufig verwendeten Begriffe female gaze, sowie der noch weniger bekannte queer gaze beschreibenErz√§hlweisen, die sich explizit gegen den heteronormativen male gaze richten. Das Potenzial einer Vielfalt an Perspektiven ist zweifelsohne da, die Frage ist aber: Welche Geschichtenerz√§hler*innen werden  letzten Endes gef√∂rdert ‚Äď mit unseren Steuergeldern? Hier zeigt sich der deutschsprachige Raum noch viel zu einseitig.

© Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

‚ÄěDiversit√§t ist keine Checkliste‚Äú

Studien und Forschungen, die Fakten und Zahlen √ľber die Repr√§sentationslage liefern, k√∂nnen dazu verhelfen, Richtlinien und Kriterien in Institutionen, F√∂rdergebern und Gremien einzufordern. Nur Quoten allein l√∂sen das Problem  aber nicht, denn ‚ÄěDiversit√§t sollte keine Checkliste sein‚Äú, kritisiert Jerry Kwarteng solche Strategien (nachzuh√∂ren in Teil zwei unserer Episode). Es kommt nicht nur darauf an, wie viele diverse Charaktere in einem Film durchs Bild laufen, sondern welche und wie viele davon auch Figurenentwicklungen durchmachen und wesentlich f√ľr die Erz√§hlung sind ‚Äď und zwar abseits von Narrativen, die Migration explizit thematisieren und so wieder Othering-Dynamiken festigen.

Doch der Besetzungspolitik wohnt in dieser Hinsicht meist noch ein Tunnelblick inne.  Jede*r Filmschaffende*r sollte sich √ľberlegen, ob er oder sie bei der Auswahl des Casts eine limitierende Brille (unconscious bias) tr√§gt, die Merkmale, wie eine nicht-wei√üe Hautfarbe von vornherein ausschlie√üt (Stichwort Typecasting). Auch als Publikum sollten wir unsere eigene Wahrnehmung schulen, unsere Bias reflektieren und Filme unterst√ľtzen ‚Äď sei es nur durch deren Rezeption ‚Äď die sich von Diskriminierungsformen befreien. Denn: All Stories matter.

Indiefilmtalk – Epsioden zum Thema: 

Weiterf√ľhrende Links:

Podcast
01:09 STUNDE
6. August 2020

Wenn Filme Systeme sprengen

Gesellschaftlich relevante Themen filmisch nach vorne bringen

Mit dem Kinostart von SYSTEMSPRENGER (R: Nora Fingerscheidt) ist der Name selbst Рwenn auch ungern von pädagogischen Fachkräften genutzt und gehört Рzur ausdrucksstarken Metapher eines bisher noch wenig beachteten Prozesses geworden. Bei der Bezeichnung РSYSTEMSPRENGER Рgeht es nicht um das Kind, sondern den Verlauf eines Falles bei dem Kinder und Jugendliche eine erfolglose Laufbahn im Hilfesystem erfahren.

©Port au Prince
© Yunus Roy Imer / Port au Prince Pictures

Die Protagonistin BENNI ist so ein Fall. Sie ist wild und unb√§ndig. Alles was sie will, ist die Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Mutter. Der Film zeigt, was passiert, wenn das System ‚Äěgesprengt‚Äú wird, obwohl doch alle Beteiligten versuchen alles richtig zu machen.

In dieser Folge wollen wir uns mit zwei Themen besch√§ftigen: Zum einen mit der besonderen Herausforderung mit Kindern zu hoch emotionalen Themen vor der Kamera zu arbeiten. Zum anderen widmen wir uns der Herausforderung, wie die Macher*innen des Films ein gesellschaftliches Randthema oder gar Tabuthema produzieren konnten. Was gab es f√ľr Resonanzen bei der Suche nach potenziellen F√∂rderern? Was f√ľr H√ľrden und vielleicht sogar Ablehnungen? Und wie wird der Film nach der Kinoauswertung p√§dagogisch aufbereitet?

F√ľr unser Gespr√§ch sind die Ko-Produzentin Frauke Kolbm√ľller und der Kameramann Yunus Roy Imer zu Gast.

SYSTEMSPRENGER – LINK

Frauke Kolbm√ľller
Ko-Produzentin
Oma Inge Film – Produktionsfirma – LINK

Yunus Roy Imer
Kameramann
Webseite – LINK

√Ąhnliche Folgen:

#43 | Spielfilmdeb√ľt: Und die Arbeit danach
#35 | Kurzfilme: F√ľr Kids & Teens

Podcast
01:10 STUNDE
30. April 2020

Audiencedesign, Audiencebuilding und Crowdfunding in der Filmproduktion

– Ein Gespr√§ch √ľber die Suche und das Finden der Zuschauer –

Die Zeiten haben sich ver√§ndert‚Ķ War es vor 50 Jahren oft „einfacher“ mit einem Kinofilm aufzufallen, wird es heutzutage durch die Digitalisierung und der Flut an Medien immer schwieriger Menschen f√ľr einen Film zu begeistern. T√§glich h√∂rt man News von neuen Serien, Filmen, B√ľchern oder Computerspielen, die um die Aufmerksamkeit der Zuschauer buhlen. Welche M√∂glichkeiten hat man jetzt noch als Filmschaffender in dem Meer an Medien mit dem eigenen Film aufzufallen um sich so ein Geh√∂r zu verschaffen?

Audiencedesign als M√∂glichkeit f√ľr Filmschaffende?

„Kenne und verstehe dein Publikum!“ – Dieser Ausspruch k√∂nnte da immer wichtiger f√ľr uns Filmschaffende werden, wenn wir Filme produzieren wollen, die im Nachhinein auch gesehen werden. So kann eine fr√ľhzeitige Strategie f√ľr den Aufbau einer Zuschauerschaft helfen, dieses Ziel zu erreichen und das Filmprojekt in der Masse f√ľr die Zielgruppe sichtbar zu machen.

So, if you ask us, why Audience Design? Because we cannot create films in a vacuum. Because we want films to be seen. Because we want filmmakers to be able to be filmmakers, and audiences to keep appreciating the art of film. – Zitat von Valeria Richter & Lena Thiele – Aus „Audience Design An Introduction“ 2018

Die Idee des Audiencedesigns in der Filmproduktion ist nicht neu. Bereits im Jahr 2011 bauten die TurinoFilmLabs einen eigenen Workshop um das Thema herum und unterst√ľtzen Filmschaffende mit dem eigens daf√ľr kreierten „Audience Design Fund“ bei der Entwicklung von Konzepten um die Zuschauer besser erreichen zu k√∂nnen.

In dieser Folge des Indiefilmtalk-Podcasts reden wir mit Paul Rieth dar√ľber, warum es immer wichtiger wird die Zielgruppe f√ľr den eigenen Film zu kennen und wie uns das fr√ľhzeitige Audiencedesign und Audiencebuilding dabei unterst√ľtzen kann. Wir schauen uns zus√§tzlich den Stand des deutschen Dokumentarfilms an und Paul gibt wertvolle Tipps und Ideen f√ľr eine erfolgreiche Crowdfunding Kampagne.

Paul Rieth ist Filmproduzent und Berater f√ľr Marketing, Crowdfunding und ein Audience-Stratege. Er h√§lt seit mehreren Jahren weltweit Workshops und Vortr√§ge zu den Themen Audiencedesign, Audiencebuilding, Audiencedevelopment, Filmindustry Inovations und Marketing. Zus√§tzlich schrieb er „DOK & CROWD“, ein Buch √ľber das komplexe F√∂rdersystem von Dokumentarfilmen und wie sich die Dokumentarfilmf√∂rderung durch die Digitalisierung ver√§ndert hat.

Paul Rieth
Filmproduzent / Berater f√ľr Marketing, Crowdfunding / Audience-Stratege
Webseite – LINK
Buch von Paul Rieth – DOK & CROWD
DOK & CROWD – LINK
Verlag – LINK

Weiterf√ľhrende Links:

  • TorinoFilmLab und Audience Fund – LINK
  • Impact case studies und Impact Distribution – LINK

Mehr zum Thema Filmemachen in Corona Zeiten gibt es hier

Kommunale Kinos und der Umgang mit der Corona-Situation

Neben des Kreierens von Welten und Geschichten in Filmen wird das Kurratieren von den Filmen in den Kinos immer wichtiger. Das Kuratieren und die Zurverf√ľgungstellung von Filmen gibt dem Zuschauer die M√∂glichkeit in fremde Welten einzutauchen und bis dato noch nicht gesehenes zu entdecken. Hier sind die Kommunalen Kinos mit ihren Programmen und Events die sie rund um einen Film, ein Genre oder einer ganzen Filmreihe bauen ganz vorn mit dabei, wenn es darum geht die Filmkunst zu zelebrieren und zug√§nglich zu machen. Hierf√ľr hat der Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. bei ihrem 1. Bundeskongress im Jahr 2005 ein Qualit√§tslable f√ľr das Kommunale Kino mit neun Punkten erstellt, welches zeigt, wie wichtig es ist Filme in dem gesamten Umfang einer breiten Ma√üe zur Verf√ľgung zu stellen (Quelle: Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V.):

  • Kinomachen ist eine Kunst
  • Avantgarde
  • Ged√§chtnis des Films
  • Schule des Sehens
  • Kino, das verbindet
  • Kino f√ľr alle
  • Kino mit Haltung
  • Kino mit Format
  • Kino mit Kompetenz und Leidenschaft

Die detaillierten Informationen zu dem „Qualit√§tslable des Kommunale Kinos“ findet ihr hier.

‚ÄěDie Frage ist letzten Endes, ob man √ľberhaupt f√ľr kommende Generationen einen Begriff von Kinokultur aufrechterhalten will, der multikulturell, spezifisch und differenziert ist. Wenn man ein Kino will, das den Blick in die Welt und in die Geschichte offenh√§lt, braucht man mehr denn je die Kommunalen Kinos.‚Äú Wim Wenders, Regisseur

©Foto von Nathan Engel von Pexels

In der heutigen Folge reden wir mit Kinomacherin Manja Malz vom Kino Metropolis und B-Movie aus Hamburg und Kinomacher und Vorstandsvorsitzender des Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. Andreas Heidenreich √ľber den Umgang mit der aktuellen Corona-Situation bei den Kommunalen Kinos und dar√ľber wie man in dieser Zeit noch Kinomachen kann.

Manja Malz
Kinomacherin
Hamburg Metropolis Kino – LINK
B-Movie Kino – LINK
Eine Stadt sieht einen Film – LINK

Andreas Heidenreich
Kinomacher, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband der kommunalen Filmarbeit e. V.
Bundesverband der kommunalen Filmarbeit e. V. – LINK
Deutsches Filminstitut und Filmmuseum (DFF) – LINK

Manja Malz ist neben ihrer Arbeit im Hamburger Metropolis Kino f√ľr die Programmgestaltung im B-Movie Kino zust√§ndig und r√ľckt mit ihrem Filmevent „Eine Stadt sieht einen Film“ Filme wieder in den Fokus, die lange nicht mehr gesehen wurden oder nirgends zu finden sind.

Andreas Heidenreich ist Kinomacher und entwickelt neben seiner T√§tigkeit beim Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF) als Vorstandsvorsitzender des Bundesverband der kommunalen Filmarbeit e.V. das Programm f√ľr die Caligari Filmb√ľhne in Wiesbaden und das Kommunale Kino Weiterstadt.

Manja Malz empfiehlt: 

#filmtourismathome – LINK

Streamingtipp zu einer ausgew√§hltem Retrospektive vom Filmmuseum M√ľnchen – LINK

Andreas Heidenreich empfiehlt: 

Buchempfehlung

Truffaut, Francois: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? Frankreich 1966.

Filmempfehlungen

Hitchcock, Alfred: Sabotage. 1936 – LINK

Al Mansour, Haifaa: Das Mädchen im Wadja. 2012 РLINK

Weiterf√ľhrende Links zu dieser Sonderfolge zum Thema Filmschaffen in Zeiten von Corona:

hilfdeinemkino – LINK

Bundesverband kommunale Filmarbeit e. V. – LINK

Caligari FilmB√ľhne – LINK

Digitale Ideenplattform von Kinos f√ľr Kinos – LINK

Eine Stadt sieht einen Film – LINK

Exground Filmfest – LINK

Film Archiv Austria – LINK

Filmmuseum-M√ľnchen ausgew√§hlte Retrospektive (Online-Angebot des BkF e.V.) – LINK

FORTZETZUNG FOLGT – LINK

goEast Filmfestival – LINK

Metropolis Hamburg – LINK

44. Open-Air Filmfest Weiterstadt – LINK

√Ąhnliche Folgen:
#75 Corona-Spezial | Einmal Irak und zur√ľck

Sliderfoto:
©Metropolis Kino Hamburg

Filmemachen zu Zeiten des Corona-Virus

Aktuell h√§lt die Welt den Atem an! Alles berichtet √ľber den Coronavirus, der wie ein Tornado √ľber den ganzen Globus fegt und uns in allen Lebensbereichen trifft. Der Virus hat auch in unserer Branche Halt gemacht. Filmproduktionen werden abgesagt, Kinos geschlossen, F√∂rderungen gestoppt und viele von uns haben wirtschaftliche Ausf√§lle, die uns in die Insolvenz treiben k√∂nnen.

Wie können wir in dieser Zeit kreativ bleiben und weiter machen?

Wir haben √ľberlegt wie und ob wir unseren regelm√§√üigen Ablauf an die aktuelle Situation anpassen k√∂nnen und haben uns rasch dazu entschieden, doch verst√§rkt auf die aktuellen Umst√§nde einzugehen und die Situation ernst zu nehmen. Wir werden unseren zwei-w√∂chigen Rhythmus zwar beibehalten aber zus√§tzlich Di. und Fr. eine Sondersendung zu dem Thema herausbringen. In diesen Sondersendungen wollen wir √ľber Chancen sprechen, dar√ľber welche L√∂sungen andere Filmschaffende, Kinos oder Festivalmacher/innen entwickeln oder schon gefunden haben und wie wir die Situation gerade selbst wahrnehmen. Die Folgen werden einwenig k√ľrzer rougher sein aber euch vielleicht mit ein paar Gedanken und Ideen befl√ľgeln, um diese Zeit trotzdem kreativ zu √ľberstehen. Also bleibt in erster Linie gesund, in zweiter kreativ und h√∂rt gern in den Podcast rein! Falls ihr Themenvorschl√§ge zu der Sonderreihe habt, f√ľhlt euch frei, uns diese √ľber unsere E-Mailadresse comment@indiefilmtalk.de mitzuteilen. Wir w√ľrden uns freuen, diese in den kommenden Folgen mit einzubauen. ūüôā Wenn ihr unser Format gut findet und ihr uns unterst√ľtzen m√∂chtet w√ľrden wir uns √ľber eure Unterst√ľtzung √ľber Steady oder Paypal unterst√ľtzt, jeder Euro z√§hlt. Links die wir in dieser Folge erw√§hnt und besprochen haben: Umfrage zum Thema „Auswirkungen durch das Coronavirus auf die Kultur- und Kreativwirtschaft“ RBB machts… Berliner Morgenpost – Corona-Karte

Aktuelles zum Coronavirus bei Cinearte von CrewUnited

Liveticker zum Coronavirus Blickpunktfilm

Podcast
1:04 STUNDE
20. Februar 2020

One Shot – Plansequenz deluxe

‚ÄěVictoria‚Äú, ‚ÄěRussian Arc‚Äú und ‚ÄěLIMBO‚Äú reihen sich in die Kategorie der One-Shot-Filme ein. Nicht nur, dass es keinen sichtbaren Schnitt gibt ‚Äď es gibt gar keinen Schnitt. Diese Form des Filme Machens erfordert ein hohes Ma√ü an Planung und Kooperation jedes einzelnen Teammitgliedes. Nichts kann wiederholt werden ‚Äď alles wird auf eine Karte gesetzt. Welche Vor- und Nachteile gehen die Filmschaffenden dabei ein? Welche Wirkung erzielt diese Art des Geschichtenerz√§hlens?

Seit es die M√∂glichkeit gibt Filme zu drehen, gibt es auch jeher den Versuch technisch immer wieder neue Finessen herauszuarbeiten ‚Äď auch der One-Shot und die Plansequenz geh√∂ren seit der ersten Stunde dazu. Schon im vordigitalen Zeitalter brillierte Alfred Hitchock mit seinem One-Shot-Film ‚ÄěCocktail f√ľr eine Leiche‚Äú zumindest mit verdeckten Schnitten. 67 Jahre sp√§ter beeindruckt der 136-min√ľtige Film ‚ÄěVictoria‚Äú von Sebastian Schipper das Publikum. Aus insgesamt drei Takes wird ein Take ausgew√§hlt und einmal mehr ist auch dem Laien klar: ‚ÄěEinen Film zu kreieren ist echte z√§he Teamarbeit.‚Äú

Regisseur Tim D√ľnschede und Kameramann Holger Jungnickel geben uns einen kleinen Einblick in ihre Arbeit. Stoffentwicklung, Vorproduktion und insbesondere der Dreh sind bei diesem Projekt mit besonderen planungstechnischen Herausforderungen gespickt ‚Äď die Beiden erz√§hlen uns von ihrer Erfahrung und lassen uns teilhaben an der Entstehung eines minuti√∂s durchdachten Deb√ľtspielfilms. 

Eine weitere spannende Plansequenz findet ihr hier

In folgenden Kinos könnt ihr ab dem 20.02.2020 den Film LIMBO sehen:

Tim D√ľnschede
Regisseur
Agentur – LINK

Holger Jungnickel
Kameramann
Webseite – LINK 

F√ľr weitere Fragen, Anregungen und Feedback kontaktiert und unter comment@indiefilmtalk.de 

Podcast
1:39 STUNDEN
23. Dezember 2019

Das Jahr 2019 neigt sich langsam dem Ende zu, also dachten wir uns eine weitere „It’s a Wrap (Wrap-Up) Folge vom Indiefilmtalk- Podcast f√ľr das Jahr 2019 zu machen. Passend zu den Feiertagen lassen unsere G√§ste Regisseur Daniel Chisholm, Regisseurin Emma Rosa Katharina Sauter und Regisseur Dieter Primig ganz entspannt bei einem T√§sschen Gl√ľhwein, Mandarinen und Weihnachtsgeb√§ck das Jahr 2019 review passieren und gehen freudig auf das neue Jahr zu.

In unserer Runde reden wir √ľber das Kino 2019, das Abwandern der gro√üen Filmemacher, wie Alfonso Cuaron oder Martin Scorcese zu Netflix und was das f√ľr den Film im allgemeinen bedeuten k√∂nnte. Zus√§tzlich schauen wir uns in einem Spoilerfreien Talk „The Irish Man“ an und geben ein paar interessante Filmtipps f√ľr die Feiertage.

Diese Folge ist die letzte regul√§re Folge in 2019. Wir bedanken uns herzlichst bei euch Zuh√∂rern f√ľr das H√∂ren, Teilen, Abonnieren, Feedback Geben und Mitdiskutieren bei den Folgen. Zus√§tzlich bedanken wir uns bei allen G√§sten f√ľr die Gespr√§che, den Spa√ü und die Impulse die ihr uns gegeben habt. Wir w√ľnschen euch allen ein sch√∂nes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bis Februar gehen wir in die Winterpause und kommen danach wieder mit neuen interessanten Formaten, Themen und G√§sten in 2020 wieder.

Links zu Themen die wir in der Folge besprochen haben

Martin Scorcese √ľber das Kino und Streamingdienste beim London Filmfestival:

Podcasts die ihr euch auch anhören könnt:

  • Der Shots Podcast von Detektor.FM, der bald in den Podcast CUTS √ľbergeht – Link
  • Chernobyl – Der Podcast zur gleichnamigen HBO Serie mit interessantem Hintergrundwissen zu der Produktion und den echten Begebenheiten, die es nicht in die Serie geschafft haben: Apple | Spotify

Film- und Buchvorschl√§ge von uns f√ľr die Feiertage oder danach

Filmvorschläge Emma Rosa Katharina Sauter:

Filmvorschläge Daniel Chisholm:

Filmvorschläge Dieter Primig:

Buchvorschläge Susanne Braun:

Filmvorschläge Yugen Yah:

Daniel Chisholm
Regisseur
Webseite – LINK

Emma Rosa Katharina Sauter
Regisseurin
Webseite – LINK

Dieter Primig
Regisseur
Webseite – LINK

Podcast
01:10 STUNDE
25. September 2019

Die Filmproduktion und die Suche nach inspirierenden Stoffen

Wie wir alle wissen ist neben der kreativen Arbeit am Set die Arbeit in der Produktion eines der wichtigsten Aufgaben bei der Umsetzung eines Films. Hier werden die Weichen f√ľr das Filmprojekt gestellt und die richtigen Leute, Unterst√ľtzer und F√∂rderer f√ľr das Projekt gefunden. Diese Arbeit gibt dem Produzenten auf der einen Seite die M√∂glichkeit selbst sehr stark in den Entwicklungsprozess eines Films einzugreifen, ist aber auf der anderen Seite durch die vielen Aufgaben und Teilaufgaben in der Regel kein leichtes Unterfangen. Neben der Arbeit mit dem kreativen Department, der Arbeit an der Vor-Produktion schreibt man F√∂rderantr√§ge, muss w√ľnsche von Ko-Produzenten und F√∂rderern mit beachten und die gesamte Filmproduktion budget√§r am Laufen halten.

Success stems from the producer creating the optimal conditions for the filmmaker’s own creative process. Not from steering the filmmaker through a one-size-fits-all approach. – Jason Blum

Da die Produktion eines Films in der Regel eine sehr intensive Zeit f√ľr einen Produzenten/in bedeutet und dieser Film wie beim Regisseur und Filmschaffenden f√ľr die Reputation einer Produktion wichtig ist, ist die Auswahl des richtigen Stoffes und der „richtigen“ Person f√ľr die Umsetzung besonders wichtig f√ľr einen Produzenten.

In dieser Folge des Indiefilmtalkpodcasts besch√§ftigen wir uns mit der Filmproduktion von Debutfilmen. Wir reden mit Produzent Arto Sebastian von ‚ÄěWood Water Films‚Äú √ľber die Entscheidung mit seinen Kollegen, direkt nach dem Filmstudium eine eigene Produktionsfirma 2016 zu gr√ľnden und wie ihre Arbeit aussieht. Zus√§tzlich schauen wir uns an, wie wichtig Kontakte und die eigene Reputation f√ľr die F√∂rderung ist, was die Schwierigkeiten bei Auslandskoproduktionen sind und reden und reden dar√ľber, was ihn dazu bewegt mit einem/r Regisseuren/innen und Autoren/innen an einem Film zu arbeiten. https://www.youtube.com/embed/GIcmWKqJhII

Noch mehr Spanndes zum Thema Filmproduktion findet ihr hier

Arto Sebastian hat Regie an der Filmakademie Baden-W√ľrttemberg in Ludwigsburg studiert und gr√ľndete mit seinen damaligen Kommilitonen Karoline Henkel und Jasper Philipp Mielke direkt nach dem Studium ihre Produktionsfirma Wood Water Films. Spezialisiert haben sie sich auf die Produktion von Debutfilmen. Seit der Gr√ľndung 2016 konnten sie bereits gro√üe Erfolge mit ihren Produktionen erzielen. Ihr aktuelles Filmprojekt „Sag du es mir“ gewann vor kurzem den Filmkunstpreis des „15. Festival des deutschen Films“ in Ludwigshafen und ist f√ľr den „First Steps Award“ nominiert worden.

Arto Sebastian
Produzent
Wood Water Films – LINK
Facebook – LINK

Weiterf√ľhrende Informationen:

Mehr Infos zum „Filmpreis f√ľr internationale Zusammenarbeit“ der Robert Bosch Stiftung Link Link

Podcast
50 MINUTEN
12. September 2019

Filmtricks, Spezialeffekte, Stop Trick und die Entwicklung der eigenen visuellen Handschrift

Was haben Filme wie „Die fabelhafte Welt der Amelie“ von Jean-Pierre Jeunet, „Der andalusische Hund“ von Luis Bunuel oder „Moonrise Kingdom“ von Wes Anderson gemeinsam? Auf jeden Fall eines: Eine sehr starke visuelle Bildsprache und Handschrift, die sich konsequent durch den ganzen Film zieht. Der pr√§zise und ausgekl√ľgelte Einsatz von Farben, Geometrie, der Kadrierung und dem richtigen Einsatz des passenden Spezialeffekte erz√§hlen auf interessante Art und Weise, gro√üe und kleine Geschichten und machen diese Filme zu Meisterwerken ihrer Zeit. Zus√§tzlich geben sie durch ihren starken Fokus auf die Bildsprache, vielen Zuschauern einen Grund, diese Filme im Kino statt „nur“ zu Hause auf dem heimischen Fernseher zu geniessen.

Moonrise Kingdom, © Universal Pictures

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf haben wir uns gefragt, warum es aus Deutschland wohl so wenige Filme mit einer starken visuellen Handschrift gibt?

In dieser Folge des Indiefilmtalk-Podcasts dreht sich alles um die Produktion von Filmen mit Stop-Motion Tricks, Special Effects und anderen interessanten Effekten. Au√üerdem geht es auch um die Umsetzung von Filmen mit einer Handschrift hoher visueller Art. Wir reden mit Regisseur Erik Schmitt √ľber seine Entscheidung nach einer Reihe von erfolgreichen Kurzfilmen zum ersten Langfilm zu wechseln, wie diese Arbeit f√ľr ihn gewesen ist und wie wichtig visuelles Storytelling f√ľr das Kino sein kann. Zus√§tzlich √ľberlegen wir gemeinsam, ob es in Deutschland genug Filme mit starker visueller Handschrift gibt und was solche Filme dem deutschen Kino geben k√∂nnten.

Erik Schmitt ist Filmregisseur und hat bereits mehrere Kurzfilme √ľber die letzten acht Jahre umgesetzt. Diese haben bereits √ľber 100 internationale Festival- und Filmpreise gewonnen. Er liebt es, in seinen Filmen mit den visuellen Mitteln zu spielen, um seine Geschichten zu erz√§hlen. Mit seinem Film „Cleo“ produziert Erik seinen ersten Langfilm, welcher der Er√∂ffnungsfilm der 69. Berlinale gewesen ist. Den Film k√∂nnt ihr aktuell sogar noch im Kino sehen.

Erik Schmitt
Regisseur
Crew United – LINK
Agentur Home Base – LINK

Spannendes zum Thema Farbdramaturgien findet ihr hier

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