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Regie

Podcast
1:52 STUNDEN
22. Dezember 2022

Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu und wie jedes Jahr wollen wir diese Zeit gemeinsam mit euch und mit unseren filmischen GlĂŒhweindialogen zelebrieren. Mit unserer nun bereits 140. Folge beenden wir unsere diesjĂ€hrige Staffel und freuen uns auf die neuen Folgen, Herausforderungen, Projekte, UnterstĂŒtzer*innen, Freunden und Mitstreiter*innen die auf uns alle im neuen Jahr warten. Diesen Anlass nutzen wir natĂŒrlich auch, um euch allen ein fettes Danke zu sagen. Ohne euch wĂ€re dieses Projekt nicht möglich gewesen. Also:

Danke!! – an unsere GĂ€ste, Kooperationspartner*innen, Mitstreiter*innen und natĂŒrlich auch allen, die uns hören, teilen und weiterempfehlen. Danke!! – an unsere Supporter*innen, Steady-UnterstĂŒtzer*innen oder PaypalunterstĂŒtzer*innen die uns so tatkrĂ€ftig, auch monetĂ€r, in diesem Jahr unterstĂŒtzt haben, damit wir so zahlreiche Themen fĂŒr euch umsetzen konnten. Danke!! – An alle, die auch in diesem Jahr die Filmbranche mit ihrer vielfĂ€ltigen Arbeit zu einer diverseren, offeneren, barrierefreieren und nachhaltigeren Branche machen!

Habt alle feine Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

GlĂŒhweindialoge – It’s a wrap 2022

Unsere diesjĂ€hrigen GlĂŒhweindialoge sind wieder einmal vollgepackt mit einer fĂŒlle interessanter Themen rund um das Filmschaffen. Mit unseren GĂ€sten Jennifer Stahl (Leitung FIRST STEPS), Daniel Hettinger (Autor) und Anne Isensee (Animationsregisseurin) reden wir ĂŒber den Wunsch nach mehr Experimentierfreude in der deutschsprachigen Filmlandschaft, Herausforderungen in der Animationsfilmbranche und die Sichtbarkeit des Kinos in den nĂ€chsten Jahren. Zum Schluss darf natĂŒrlich die alljĂ€hrliche Vorstellung unserer Festtagsfilme nicht fehlen.

Unsere GĂ€ste:

Jennifer Stahl
Leitung FIRST STEPS
Webseite FIRST STEPS – LINK
GesprĂ€che aus der ersten Reihe – LINK

Anne Isensee
Animationsregisseurin und Animatorin
Webseite – LINK

Daniel Hettinger
Drehbuchautor
IMDB – LINK


Festtagsempfehlungen aus der Folge:

Kevin – Allein zu Haus – TRAILER-LINK

Kevin – Allein in New Yorck – TRAILER-LINK

Versprochen ist versprochen – TRAILER-LINK

Jasson und die Argonauten – TRAILER-LINK

Eine schöne Bescherung – TRAILER-LINK

Klaus – TRAILER-LINK

Dash & Lily – TRAILER-LINK

Jennifer’s Weihnachts-Musiktipp „A Super Mario World Holiday“: YOUTUBE-LINK

Susanne’s Weihnachts-Musiktipp Soundtrack zu „A marriage story“: SPOTIFY-LINK

Ähnliche Folgen:
#116 GlĂŒhweindialoge | SchlĂŒhweindialoge
#95 GlĂŒhweindialoge | Ende GelĂ€nde 2020!

Was heißt hier eigentlich QualitĂ€t?

Der Film ist eines der vielseitigsten Kunstformen die unsere moderne Gesellschaft zu bieten hat. Er kann verschiedenste Themen behandeln, unterschiedliche Genres als Vehikel der ErzĂ€hlung nutzen, farbenfroh oder entsĂ€ttigt gestaltet sein oder Geschichten in Kurz- oder Langform prĂ€sentieren. So vielseitig, wie das Medium selbst, sind auch die Zuschauer*innen und deren Rezeption. So kann Person A den Humor des Films zugewandt sein und in LachkrĂ€mpfe ausbrechen und Person B daneben den Kopf schĂŒtteln und der Geschichte nichts abgewinnen. Da macht sich schnell die Frage breit, was eigentlich QualitĂ€t im Film heißt? – Ist es die noch nie dagewesene Art zu erzĂ€hlen? – Die AktualitĂ€t der Themen? – Das „Look & Feel“ des Formates? – Und was brauchen wir in der Filmbranche um diesem Anspruch nachzukommen?

Fernsehfilm
Foto: Fernsehfilmjury Televisionale Baden Baden ©Sophie SchĂŒler

QualitÀt im deutschsprachigen Fernsehfilm

Der heutige Talk beschĂ€ftigt sich mit dem Thema der QualitĂ€t des deutschen Fernsehfilms. Mit unseren GĂ€sten Regisseur Dominik Graf, Regisseurin Susanne Heinrich und Filmwissenschaftlerin Lisa Gotto reden wir ĂŒber die Herausforderung des deutschen Fernsehfilms und darĂŒber, was eigentlich QualitĂ€t heißen kann.

Diese Folge entstand, wie die Folge 138 zum Thema „QualitĂ€t in der deutschsprachigen Serie“ in Kooperation mit dem Fernsehfestival „Televisionale Baden Baden“ der Deutschen Akademie der darstellenden KĂŒnste. Das Festival lĂ€dt neben den Filmen zu offenen Jurydiskussionen mit den Filmschaffenden ein und setzt das Thema QualitĂ€t in Film & Serie in den Mittelpunkt des Programms. Mehr Informationen zur Televisionale und den Filmen, die wir in dieser Folge besprochen haben, findet ihr auf deren Webseite – LINK

Unsere GĂ€ste

Dominik Graf
Regisseur
IMDB – LINK

Susanne Heinrich
Regisseurin | Autorin
Webseite – LINK

Prof. Lisa Gotto
Professorin fĂŒr Filmtheorie
UniversitĂ€t Wien – LINK

Ähnliche Folgen
#138 | QualitÀt: The new german series
#61 | DiversitÀt im Film: Noch immer ein Mythos
#66 | Serienboom: Ist Deutschland „serienreif“?

Podcast
1:40 STUNDEN
1. Dezember 2022

Schlechtes Image: Die immer wieder gleiche Phrase

„Das Image deutscher Filme und Serien ist antiquiert. Denn es gibt diese Perlen. Und wir haben Talente.“

Urs Spörri

„FĂŒr eine deutsche Serie, ganz okay.“ Wir alle kennen diesen Satz. Viel zu hĂ€ufig wird verschmĂ€ht oder gar nicht erst gesehen, welche aufwendigen und gut durchdachten Serien der deutschsprachige Markt zu bieten hat. Aber woran liegt das? Fehlen uns mutige Konzepte die es zu sehen lohnt? Liegt es daran, dass innovativen Formaten kein langfristiges Vertrauen geschenkt wird und diese in Mediatheken oder auf spĂ€ten SendeplĂ€tzen „versendet“ werden? Fehlt den Formaten die ReprĂ€sentanz der Gesellschaft oder liegt das Problem an der Haltung der Zuschauer*innen, die ĂŒber die Zeit unrĂŒttelbar manifestiert wurde? Eine antiquierte Haltung, findet Urs Spörri, kĂŒnstlerischer Leiter der TeleVisionale Baden-Baden. Aber was tun?

QualitÀt in Serie: Was der deutschsprachige Raum zu bieten hat!

Welche Perlen und Talente es aber dennoch gibt und wie sich der Serienmarkt verĂ€ndert, zeigt uns die TeleVisionale in Baden-Baden. Die Stadt rollt den roten Teppich aus und lĂ€dt ein zu offenen Jurydiskussionen und setzt das Thema „Was ist QualitĂ€t?“ in den Mittelpunkt des Festivals. Vom 21. – 25.11.2022 fand die TeleVisionale in den Hallen des Kurhauses Baden-Baden statt. An fĂŒnf Tagen liefen zu den offenen Diskussionen insgesamt zehn Fernsehfilme und sechs verschiedene Serien. Als eines der ersten Festivals, wirft die TeleVisionale ihren Blick auf das serielle ErzĂ€hlen im deutschen Fernsehen. Zu Gast sind nicht nur Sender wie die ARD oder das ZDF, sondern auch Streamingplattformen, wie Sky, Amazon oder Netflix.

TeleVisionale im Kurhaus Baden-Baden
Foto: Publikum bei öffentlicher Jurydiskussion im Serienwettbewerb © Sophie SchĂŒler

Das Geheimnis: QualitÀt produzieren und halten

In dieser Folge haben wir euch ein Mosaik aus verschiedenen Stimmen der TeleVisionale zusammengestellt. Mit unseren GĂ€sten aus den Bereichen Produktion, Regie, Festivalkuration und Drehbuch ergrĂŒnden wir die spannende Frage, was eigentlich QualitĂ€t in der Serienlandschaft bedeutet und mit welchen Mitteln wir unseren QualitĂ€tsanspruch in den nĂ€chsten Jahren nachkommen wollen. Was braucht eine Serie, um qualitativ hochwertig zu sein? Zeit, Geld, Vertrauen, Mut zu ĂŒberraschen, alte Muster brechen, weg von der alten Formatierung. Unsere GĂ€ste haben vielfĂ€ltige Antworten und geben uns einen tieferen Einblick in ihre Arbeit und ihre Erfahrungen. Wir finden, wenn diese geballte Kraft an einem Ort wie Baden-Baden zusammenkommt und sich die Verbindung und der offene Austausch auch nachhaltig noch bewahrt, steht einer qualitativ-hochwertigen Serienszene der Superlative nichts im Wege. Wir sind gespannt!

Unsere GĂ€ste (In Reihenfolge ihres Auftritts)

Urs Spörri
KĂŒnstlerische Leitung | TeleVisionale Baden-Baden
TeleVisionale – LINK
Webseite – LINK

Julia Fidel
Beratend fĂŒr den Serienpreis TeleVisionale | Choreographin BABYLON BERLIN | Head of Berlinale Series
Berlinale Series – LINK
Crew United – LINK

Quirin Schmidt
Executive Producer | DER PASS, HAUSEN | Sky
Crew United – LINK

Jan Georg SchĂŒtte
Regisseur, Autor | DAS BEGRÄBNIS | ARD Degeto
Crew United – LINK
Webseite – LINK

Martin Behnke
Drehbuchautor | MUNICH GAMES, DARK | Sky
Crew United – LINK
Homebase (Agentur) – LINK

Michal Aviram
Drehbuchautorin | MUNICH GAMES
Crew United – LINK

Julia von Heinz
Regisseurin | ELDORADO KADEWE | ARD Degeto, rbb
Professorin, Leitung des Studiengangs Regie Kino- und Fernsehfilm der HFF MĂŒnchen – LINK
Crew United – LINK
Players (Agentur) – LINK

Ähnliche Folgen
#94 | Webserien: Working on HAUSEN
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Kino: Kaum Filme fĂŒr junges Publikum

„Ich interessiere mich sehr fĂŒr die junge Generation, da sie nicht nur unsere Zukunft ist, sondern auch die Zukunft des Kinos.“

Teresa Fritzi Hoerl

Laut der Kinobesucherstudie der FFA aus dem Jahre 2022 sind die besucherstĂ€rkste Gruppe unter den 10 – 19 JĂ€hrigen zu finden. Im Vergleich zum Jahr 2020 stieg diese Altersgruppe um 29% an. Erstaunlich! Aber wie sieht es mit dem Filmangebot fĂŒr diese Altersgruppe aus? Die Filmangebote fĂŒr die Altersgruppe der Teens ist rar. Dominierend sind Actionspielfilme, Komödien, Dramen und Kinderfilme. Aber das Genre „Jugendfilme“ gibt es eher weniger. Dennoch gibt es sie. Die Filmemacher*innen, die fĂŒr das junge Publikum Kino machen.

Brennen fĂŒr die junge Generation

Regisseurin Teresa Fritzi Hoerl ist eine von ihnen. Schon mit ihrem SpielfilmdebĂŒt NOTHING MORE PERFECT widmete sie sich einer dunklen Seite des Erwachsenwerdens und dies mit spezieller KameraĂ€sthetik. In NOTHING MORE PERFECT begleiten wir die 16 jĂ€hrige Maya, die fĂŒr ein paar Tage mit ihren Eltern nach Prag fĂ€hrt. Dieser Kurztrip passt aber so gar nicht in ihre PlĂ€ne. Schon seit einiger Zeit ist sie auf diversen Suizid-Foren im Internet unterwegs und plant fest sich vor laufender Kamera umzubringen. Ein spezielles und dĂŒsteres Thema, dem sich Teresa Hoerl gekonnt nĂ€hert. Wir sind ganz nah dabei, wenn Maya zwischen Suizid-Foren und dem hier und jetzt mit ihren Eltern switcht. Diese zwei Seiten ihres Lebens, von denen auch die Eltern nichts ahnen, spiegelt sich auch in der Kameraarbeit wieder. Zwischen klassischer Bildsprache und Selfiemodus sind wir Maya so nah, wie auch die Follower ihres Suizid-Kanals.

Nothing More Perfect © MÄKSMY Films | Johannes Brugger

Nun ist Teresa mit dem Spielfilm ALLE FÜR ELLA unterwegs. Ein musikalischer Jugendfilm. FĂŒr Ella ist Musik alles, doch ihre Band scheint sich aufzulösen, da nicht alle den großen Traum vom großen Durchbruch verfolgen. Ganz anders als NOTHING MORE PERFECT spielt ALLE FÜR ELLA mit einer gewissen Leichtigkeit und viel Humor zu den dennoch verzwickten Themen der Jugend, wie Liebe, IdentitĂ€tskrisen und Freundschaft ĂŒber das Abitur hinaus.

Alle für Ella mit Lina Larissa Strahl, Tijan Marei, Malene Becker und Safira Robens © Weltkino Filmverleih | Neue Bioskop Film | Anke Neugebauer

Rezeption von Spielfilmen fördert die IdentitÀtsbildung

Schon lĂ€nger ist bekannt, dass die Rezeption von Spielfilmen die IdentitĂ€tsbildung fördern kann. Über Filme zu sprechen kann kosmopolitische Einstellungen stĂ€rken. Audiovisuelle Medien tragen im gewissen Maße dazu bei, das Weltbild und Selbstbild der Zuschauer*innen zu prĂ€gen, Rollenbilder zu formen, Empathie zu fördern. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist dieser Effekt weit höher als bei Erwachsenen. Daher kann der richtige Spielfilm mit den passenden altersrelevanten Themen einen signifikanten Effekt auf die IdentitĂ€tsbildung des Individuums haben. Demnach ist es umso wichtiger, dieser Zielgruppe wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um der ansteigenden Besucherzahl der 10-19 JĂ€hrigen auch dementsprechend etwas zu bieten, was ihrer Lebenswelt entspricht.

Unterschiedliche Stoffe. Ein Ziel.

Teresa berichtet uns von den unterschiedlichen Produktionsweisen ihrer Filme sowie der speziellen KameraĂ€sthetik. Sie gibt uns Einblicke in die musikalische Umsetzung ihres aktuellen Spielfilms. Und sie erzĂ€hlt uns, warum es sie reizt, gerade fĂŒr das junge Publikum Filme zu entwickeln. „Nur weil es schwierig ist, die Jugendlichen ins Kino zu locken, darf man nicht damit aufhören, es zu versuchen“, denn sie sind die Zukunft des Kinos.

Foto: Tresa Fritzi Hoerl © Caroline Wimmer

Unsere GĂ€stin

Teresa Fritzi Hoerl
Regisseurin & Autorin
Webseite – LINK
Agentur Scenario – LINK
Crew United – LINK

Wir sprechen im Podcast auch ĂŒber die Themen Suizid und Depression. Du bist betroffen? Du weißt gerade nicht weiter? LASS DIR HELFEN.

0800/1110111 (Telefonseelsorge)
Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr, kostenfrei und anonym erreichbar: www.telefonseelsorge.de

116111 (Nummer gegen Kummer)
Speziell fĂŒr Kinder und Jugendlichen gibt es von Montag bis Samstag 14.00-20.00 die Nummer gegen Kummer, anonym und kostenlos: https://www.nummergegenkummer.de

U25 Deutschland bietet Mailberatung fĂŒr junge Menschen in Suizidgefahr: www.u25-deutschland.de

Krisenberatung im Live-Chat rund um die Uhr erreichbar: www.krisenchat.de

WeiterfĂŒhrende Quellen

Castendyk, Oliver / MĂŒller, Juliane: Kino- und Fernsehproduktionen fĂŒr Kinder und Jugendliche in Deutschland. Daten und Fakten 2005 – 2010LINK
FFA: Studie Kinobesucher*innen 2022 – Mai 2022 – LINK
Interview: Wie tragen Kinofilme zur IdentitĂ€tsbildung von Jugendlichen bei? Ein GesprĂ€ch mit JĂŒrgen Grimm*, in: TELEVIZION 28/2015/1, S.68-71 – LINK

Ähnliche Folgen
#135 | Filmbildung: Starke Filme fĂŒr junges Publikum
#113 | Der besondere Kinderfilm
#35 | Kurzfilme: FĂŒr Kids & Teens

Kollektiv, Ko-Prozesse, Kollaboration, Kooperation, Ko-Kreation

Arbeiten im Team – Zusammenarbeit kennt viele unterschiedliche Formen und Bezeichnungen. Neben der wohl bekanntest Art, der Kooperation, gibt es verschiedenen Möglichkeiten, die eigenen FĂ€higkeiten mit anderen zu verbinden, um gemeinsam ein Projekt zu realisieren. Schnell kommt die Frage auf: „Ist die Arbeit beim Film nicht per se eine Teamarbeit? Also eine Arbeit, die in kleinen Kollektiven, in den verschiedenen Gewerken oder Departments stattfindet?“ Jein. Es kommt eben ganz darauf an, wie die Teamarbeit vonstattengeht. Sind alle gleichermaßen am Prozess beteiligt? Gibt es flache Hierarchien? Gibt es eine*n EntscheidungstrĂ€ger*in? Eine autoritĂ€re Kraft? Gibt es einen Auftrag, dem es zu folgen gilt? Dies setzt nicht außer Kraft, dass es keine konventionelle Arbeitsverteilung geben darf und jede*r alles machen soll. Viel mehr geht es darum, die StĂ€rken der Einzelnen sichtbar zumachen und bestmöglich im Projekt einzusetzen. Dies geht nur mit guter Kommunikation und einer großen Portion WertschĂ€tzung.

Open Mind Set: Die innere Haltung zÀhlt

Es gibt unterschiedlichen Formen des kollaborativen Arbeitens. Schon ein Team aus zwei Personen kann per Definition ein Kollektiv sein. Wichtig ist, wie sie miteinander arbeiten. Wie wird die FĂŒhrung gehandhabt? Wie wird miteinander kommuniziert? Es ist stets eine große Herausforderung, ob im kleinen oder großen Team multiperspektivisch zu arbeiten, die verschiedene Ideen, Gedanken, Stimmen und Meinungen zusammenzufĂŒhren. Wie können Arbeitsprozesse wie der Filmschnitt oder die RegiefĂŒhrung im Duo neu strukturiert werden? Was braucht es, um gemeinsam als Doppelspitze oder im grĂ¶ĂŸeren Team, wie beispielsweise in einem Writersroom, kollektiv zu arbeiten? In erster Linie Zeit und die Muße der Person gegenĂŒber zu vertrauen.

Egal ob vor oder hinter der Kamera, Teamwork bereichert die QualitÀt der Arbeit.
Teamarbeit vor und hinter der Kamera – Ein Vorteil fĂŒr alle!

Multiperspektivische Team: Vielschichtig und Krisensicher

Doch das Ergebnis lohnt sich. Gerade bei der Entwicklung der DrehbĂŒcher kann sich ein gut eingespielter Writersroom positiv auf die Entwicklung vielfĂ€ltiger Figuren und einem clever gespickten Storytelling wirken. Auch bei der Umsetzung am Set kann ein fest verknĂŒpftes Regisseur*innen-Duo Herausforderungen gemeinsam besser angehen und der Druck der Entscheidungen lastet somit nicht auf einzelnen Schultern. Diese Form der Entscheidungsverteilung bringt Ruhe und Sicherheit in die einzelnen Departments.

Zudem sind nachweislich diverse Teams krisensicherer. Durch die verschiedenen Erfahrungswerte können bestehende LĂŒcken eher abgedeckt werden. NatĂŒrlich benötig der Aufbau Zeit und vor allem gute Kommunikationsstrukturen und Strategien, um dialogisch im Team arbeiten zu können. Aber auf lange Sicht gesehen lohnt sich die MĂŒhe. FĂŒr die jeweiligen Teams und die Filme, die dabei entstehen.

Trends im Indiefilmtalk-Kosmos

In einem Team auf Augenhöhe zusammen zu arbeiten ist gerade im Filmbereich noch keine SelbstverstĂ€ndlichkeit, aber ein Trend, den wir schon bei vielen Projekten beobachten durften. In den letzten Jahren sind uns immer wieder besondere Formen der Zusammenarbeit begegnet. Daher nutzen wir die Chancen und platzieren in der heutigen Folge kleine Ausschnitte von Filmschaffenden, die in ganz unterschiedlichen Arten ĂŒber ihre ganz individuelle Zusammenarbeit sprechen. Spoiler: Doppelspitzen in Regie, Drehbuch oder auch im Filmschnitt sind vielleicht ein neuer Trend, um Verantwortung fĂŒr Projekte gemeinsam zu ĂŒbernehmen. Oder was meint ihr? Welche Formen der kollektiven Arbeit sind euch im Filmbereich schon begegnet?

Ihr kennt noch weitere Formen der Zusammenarbeit in Departments die hier noch nicht genannt wurden? Meldet euch bei uns: comment@indiefilmtalk.de

Foto: v.l.n.r.: Track 15, Filmstill aus DRUCK, Anne JĂŒnemann und Carlotta Kittel, Filmstill aus LOVECUT.
Foto: v.l.n.r.: Track 15, Filmstill aus DRUCK, Anne JĂŒnemann und Carlotta Kittel, Filmstill aus LOVECUT.

Über folgende Episode haben wir gesprochen:

#09 Livetalk MSD | DRUCK: Crossmediales Storytelling
#81 | Filmmusik: Arbeit im Kollektiv und der Weg zur guten Filmmusik
#92 | Filmeditor*innen: Montieren im Team
#101 | LOVECUT: Ein starkes Duo

Mediathek-Tipp

unicato – Das Kurzfilmmagazin „Kollektive KreativitĂ€t“

„Wir“ Menschen leben zusammen, arbeiten zusammen, feiern zusammen, Schauen Filme zusammen. Auch hinter der Kamera entstehen diese Filme zusammen. Doch was ist es, das uns zusammenhĂ€lt?

unicato beleuchtet im November die Zusammenarbeit im Kurzfilm. Ob als Team, Allianz oder eben KĂŒnstlerkollektiv.

Moderator Markus Kavka spricht mit:
Theaterwissenschaftlerin und Moderatorin des Indiefilmtalk Podcast Susanne Braun, den Filmschaffenden der Gruppe Auge Altona aus Hamburg, dem Kollektiv werkgruppe2 undden AnimationskĂŒnstler:innen von Studio Torp.

Zu sehen ist „Kollektive KreativitĂ€t“ online in der ARD Mediathek und am 9./10. November, 0:25 Uhr im MDR Fernsehen.

Ein wichtiger Teil bei der Produktion eines Filmes ist die darauffolgende Auswertung und Distribution. Diese Phase kann in vielen FĂ€llen genauso lang oder sogar lĂ€nger als die eigentliche Produktion dauern. Aber was passiert bei Kurzfilmen nach der Festivalauswertung? Welche Möglichkeiten gibt es fĂŒr den Kurzfilm und ab wann ist ein Kurzfilm erfolgreich ausgewertet worden? Ist es heutzutage ĂŒberhaupt möglich die Produktionskosten bei einem Kurzfilm wieder einzuspielen?

Möglichkeiten fĂŒr eine erfolgreiche Kurzfilmdistribution

In Kooperation mit dem Kurzfilmmagazin Unicato (mdr) reden wir in dieser Folge ĂŒber Wege des Kurzfilms zum Publikum und stellen uns die Frage, wie eigentlich eine erfolgreiche Kurzfilmdistribution aussehen kann. Mit unseren GĂ€sten Stine Wangler (Kurzfilm Agentur Hamburg), Olaf Held (Filmemacher und Autor bei Unicato) und Cord Dueppe (Interfilm Kurzfilm-Verleih) reden wir ĂŒber die Sichtbarkeit des Kurzfilms, schauen uns verschiedene Distributionsmöglichkeiten an und gehen der Frage nach, ob ein Kurzfilm fĂŒr den Filmschaffenden auch mehr sein kann als eine Visitenkarte und Sprungbrett fĂŒr die Langspielfilmkarriere.

Unicato zum Thema AG-Kurzfilm und der Sichtbarkeit des Kurzfilms

Parallel zu dieser Folge ist im Kurzfilmmagazin Unicato am 22.09.2022 eine spannende Folge mit dem Titel, „Die Kurzfilmlobby“ gestartet. In dieser Folge ist Markus Kavka mit seinem Team zu Besuch bei der AG-Kurzfilm, welche als Servicestelle fĂŒr Filmschaffende und Kurzfilminstitutionen und auch als Ansprechpartner fĂŒr Politik und Filmwirtschaft eine wichtige Aufgabe bei der öffentlichen Wahrnehmung vom Kurzfilm im In- und Ausland ĂŒbernimmt. Die gesamte Folge findet ihr aktuell auch in der MDR Mediathek – LINK

Unsere GĂ€ste:

v.l. Stine Wangler | Cord Dueppe | Olaf Held

Stine Wangler
Vertrieb / Kurzfilmagentur Hamburg
Kurzfilm Agentur Hamburg – LINK
Katalog Kurzfilm Agentur Hamburg – LINK
Youtube-Kanal – LINK

Cord Dueppe
Vertrieb / Interfilm
Kurzfilm Interfilm – LINK

Olaf Held
Filmemacher / Drehbuchautor / Autor Unicato
CrewUnited – LINK
Unicato – LINK

WeiterfĂŒhrende Links:
Vimeo Staff Pick – LINK
Short of the week – LINK

Ähnliche Folgen
#04 DFFB Sessions | Kurzfilmpreis 2020: Die Sichtbarkeit des Kurzfilms
#35 | Kurzfilme: FĂŒr Kids & Teens
#06 | Selbstdistribution: Auch bei Kurzfilmen?

Beitrag
10. August 2022

Wer in der Auswertungsphase des eigenen Films steckt, sucht Partner*innen mit denen die Distribution erfolgreich gelingen kann. Der richtige Partner kann dafĂŒr sorgen, dass der Film den passenden Zuschauer*innen oder Multiplikatoren wie Festivals und Kinos zur VerfĂŒgung gestellt wird und dadurch direkt mehr Sichtbarkeit erhalten kann.

Ich finde, dass der richtige Partner fĂŒr die Distributionsphase eines der wichtigsten Tools fĂŒr die Auswertung ist.

Regisseur Branko Tomovic – Indiefilmtalk Podcast EP128
Indiefilmtalk Weltvertrieb - Branko Tomovic am Set zu Vampir
Branko Tomovic am Set von Vampir

Wie Regisseur, Produzent und Schauspieler Branko Tomovic in unserem GesprĂ€ch zu seinem Folk-Horror-Film „Vampir“ erzĂ€hlte, war fĂŒr sein Film die UnterstĂŒtzung eines internationalen Vertriebs genau der richtige Weg. Der Film bekam so die besten Voraussetzungen zum Start. So konnte der Independentfilm seine Weltpremiere in Sitges, eines der wichtigsten Genre Festivals der Welt, feiern und startet seit dem in den Kinos verschiedener LĂ€nder. Mehr zum Vorgehen von Branko und seinem Team erfahrt ihr in dem Beitrag und der Folge 128 vom Indiefilmtalk Podcast – LINK

Weltvertrieb - EFM Film Market in Berlin
Das Atrium des EFM im Gropius Bau | ©EFM

Deutsche Weltvertriebe und internationale Distributionsfirmen

Ob ein Weltvertrieb fĂŒr euer Projekt das Richtige ist, mĂŒsst ihr natĂŒrlich selbst entscheiden. Schaut euch bei der Suche immer vor der Kontaktaufnahme das Portfolio der Firmen an. Passt es zu eurem Projekt? Ist euer Projekt fĂŒr ein internationales Publikum interessant? Stimmen die Ziele der Agentur mit euren ĂŒberein? Kennt ihr vielleicht sogar bereits Filmschaffende und Produzenten, die mit dem Vertrieb gearbeitet haben? Die Antworten auf diese Fragen sind natĂŒrlich von Projekt zu Projekt unterschiedlich und daher bei jedem Filmprojekt essenziell fĂŒr eine erfolgreiche Distributionsphase.

Eine gute Anlaufstelle fĂŒr die Suche eines Weltvertriebs ist ein regelmĂ€ĂŸig erscheinendes Booklet von „European film promotion“. Auf ĂŒber 50 Seiten werden in diesem PDF-Dokument alle wichtigen Film Sales Agenturen in Europa aufgelistet. Einen direkten Link zu dem Dokument findet ihr unten. In diesem Beitrag haben wir uns auf die deutschsprachigen internationalen Distributionsfirmen konzentriert und diese hier fĂŒr euch aufgelistet und verlinkt. Lasst uns gerne wissen, falls noch etwas in der Liste fehlt und wir bauen es mit in den Beitrag – comment@indiefilmtalk.de

Alphabetisch aufsteigende Liste | Stand 2022

  • atlas international film (Deutschland) – Sitzt in MĂŒnchen und wurde 1967 gegrĂŒndet. Das macht „Atlas international film“ zu einem der Ă€ltesten Filmvertriebsfirmen weltweit. Im Portfolio von „Atlas international Film“ findet ihr Langspielfilme, Animationsfilme, TV-Produktionen, Dokumentarfilme und Serien. – Webseite und weitere Informationen

  • Autlook Filmsales (Österreich) – Sitzt in Wien und konzentriert sich hauptsĂ€chlich auf die weltweite Vermarktung von abendfĂŒllenden Dokumentarfilmen und Dokumentarserien. Sie kĂŒmmern sich neben dem Verkauf des Films in verschiedenen FilmmĂ€rkten auch um die Festivalvermarktungsstrategie. – Webseite und weitere Informationen

  • Beta Cinema (Deutschland) – Sitzt in Oberhachingen und befassen sich hauptsĂ€chlich um die Vermarktung und Co-Finanzierung von Langspielfilmen. In ihrem Portfolio findet man Filme wie „Das Leben der Anderen“ von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck oder „Systemsprenger“ von Regisseurin Nora Fingscheidt. – Webseite und weitere Informationen
  • Deckert Distribution (Deutschland) – Sitzen in Leipzig. „Deckert Distribution“ vermarktet und verkauft seit 2003 Dokumentarfilme weltweit. Sie sind auf den großen Festivals wie Cannes, Berlinale, Venedig, Toronto oder Rotterdamm und den daran angeschlossenen FilmmarktplĂ€tzen mit ihren Projekten vertreten. – Webseite und weitere Informationen
  • EastWest Filmdistribution (Österreich) – Sitzt in Wien und distribuiert internationale Filme weltweit. In ihrem Portfolio sind hauptsĂ€chlich Filme die ein weltweites Publikum ansprechen sollen. Genres, die am meisten vertreten sind, sind Thriller, Horror, Dramen, Familienfilme und Komödien. – Webseite und weitere Informationen

  • Filmdelights (Österreich) – Sitzen in Wien und distribuieren Filme fĂŒr den Kino, Fernseh, VOD, DVD und Bildungsmarkt. Neben der reinen Filmdistibutionsarbeit bietet „Filmdelights“ UnterstĂŒtzung fĂŒr Filmschaffende und Produzent*innen in der Auswertung und Entwicklung einer Distributionsstrategie an. – Webseite und weitere Informationen

  • Fizz-e-Motion (Österreich) – Sitzen in Wien und konzentrieren sich hauptsĂ€chlich auf die weltweite Vermarktung und Verkauf von Thriller, Rom-Com und Dramen aus Europa. – Webseite und mehr Informationen

  • Magnetfilm (Deutschland) – Sitzen in Berlin. Magnetfilm wurde 2003 gegrĂŒndet und vermarktet und verkauft Dokumentarfilme. ZusĂ€tzlich haben sie die Kurzfilmauswertung in ihrem Programm. Sie entwickeln eng mit Newcommer*innen und etablierten Filmschaffenden die Distributionsstrategie fĂŒr deren Filme. – Webseite und mehr Informationen

  • m-appeal world sales (Deutschland) – Sitzen in Berlin. M-appeal wurde 2008 gegrĂŒndet und fokussiert sich auf die Vermarktung von Arthaus- und Genrefilmen. ZusĂ€tzlich interessieren sie sich fĂŒr queere Stoffe und vertreiben diese in enger Zusammenarbeit mit den Filmschaffenden und Produzent*innen. – Webseite und mehr Informationen

  • Media Luna New Films (Deutschland) – Sitzen in Köln. Die Marke „Media Luna“ wurde 1991 gegrĂŒndet. Als Sales Agentur vertreten sie Filmprojekte aus allen Genres mit einer besonders stark zu erkennenden Handschrift der Filmschaffenden. – Webseite und mehr Informationen

  • Picture Tree International (Deutschland) – Sitzen in Berlin. Sie kĂŒmmern sich um die weltweite Filmlizenzierung von bis zu 15 Filmen im Jahr ĂŒber alle Plattformen. In ihrem sehr durchmischten Portfolio findet man Arthaus Filme, Dramen und viele andere Genres. ZusĂ€tzlich sind sie neben der Sales AgenturtĂ€tigkeit auch als Ko-Produzent*innen tĂ€tig. – Webseite und weitere Informationen

  • Pluto Film (Deutschland) – Sitzen in Berlin. GegrĂŒndet wurde Pluto Film bei der Berlinale 2015 und distribuiert seitdem hauptsĂ€chlich Arthaus und Cross-Over Filme von etablierten Filmschaffenden und Newcommer*innen. Webseite und mehr Informationen

  • Rise and Shine World Sales (Deutschland) – Sitzen in Berlin und wurden 2007 gegrĂŒndet. Rise and Shine ist eine internationale Sales Agentur fĂŒr Dokumentarfilme, die im Kino, Fernsehen und VOD platzfinden sollen. – Webseite und weitere Informationen

  • Rushlake Media (Deutschland) – Sitzen in Köln. Seit 2013 distribuiert „Rushlake Media“ Filme mit Focus auf afrikanische Geschichten aus Europa fĂŒr die afrikanischen und internationalen MĂ€rkte. Neben dem Vertrieb betreiben sie ihre eigenes VOD-Channel mit dem Namen TidPix. – Webseite und weitere Informationen

  • Sola Media (Deutschland) – Sitzen in Stuttgart. Seit 2004 vertreibt „Sola Media“ Kinder- und Familienfilme auf dem weltweiten Markt. ZusĂ€tzlich vertreiben sie Animationsfilme auf den internationalen MarktplĂ€tze. Webseite und weitere Informationen

  • The Playmaker Munich (Deutschland) – Sitzen in MĂŒnchen und sind Teil von Jour2FĂȘte und Doc & Film International’s sales department. Sie konzentrieren sich auf die Genres Familienfilme, Drama und Genrefilme. Sie sind auf den meisten MĂ€rkten vertreten und arbeiten mit etablierten wie mit Newcommern zusammen. Webseite und weitere Informationen

Weltvertriebsfirmen und Sales Agenturen – Europaweit

Sucht ihr auch außerhalb Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach einem Vertriebspartner können, weisen wir hier noch mal auf das Booklet von „European Film Promotion“ zu den „European world sales companies“ hin. Dieses wird regelmĂ€ĂŸig upgedatet und gibt einen guten Überblick zu europaweiten Distributionsfirmen. LINK

Podcast
1:35 STUNDEN
21. Juli 2022

Direct Cinema: Das beobachtende Kino

Das Direct Cinema, CinĂ©ma VĂ©ritĂ© oder auch das beobachtende Kino sind Formen des Dokumentarischen. Im Kern geht es darum, die „AuthentizitĂ€t des filmischen Auftretens, so transparent wie möglich zu machen“, so Klaus Wildenhahn (Dokumentarfilmer). Besonders charakteristisch ist eine puristische, konzentrierte dokumentarische Form mit kaum oder gar keiner Musik, keiner oder nur wenigen Kommentaren. Das Direct Cinema fokussiert sich dabei auf das reine Beobachten, wĂ€hrend das CinĂ©ma VĂ©ritĂ© durchaus durch die PrĂ€senz der Kamera Provokationen evozieren möchte.

In der aktuellen Folge konzentrieren wir uns auf das Direct Cinema. Zusammen mit den Regisseuren Sebastian Winkels und Simon BrĂŒckner sprechen wir ĂŒber ihre dokumentarischen Arbeiten. Neben dem aktuellen Kinodokumentarfilm Eine deutsche Partei von Simon, erfahren wir auch von den Arbeitsweisen aus Sebastians Filmen, wie z.B: 7 BrĂŒder, Talking Money oder Mein schönes Leben (Nicht alles schlucken).

Welche Kniffe haben sie genutzt, um das Authentische ans Licht zu bringen? Welche innere Haltung ist wichtig, um herausfordernde Prozesse dokumentarisch zu begleiten? Was ist charakteristisch fĂŒr das Direct Cinema? Und warum ist das beobachtende Kino so wichtig fĂŒr uns und unsere Gesellschaft?

Zu Gast: Die Regisseure Simon BrĂŒckner und Sebastian Winkels

Simon studierte Sozialwissenschaften im Nebenfach an der Humboldt-UniversitĂ€t in Berlin und ist Initiator der selbstorganisierten Filmschule der FilmArche in Berlin. Das Dokumentarische und insbesondere das Direct Cinema begeistern ihn schon frĂŒh. Nach der Realisierung einiger Kurzfilmen, war ihm schnell klar, dass ihn das Reale mehr reizt als das Fiktive.

„Ich finde es gut, wenn ich Geschichten finde, anstatt sie zu erfinden.“

Simon BrĂŒckner

Sebastian kam als Kameraassistent zum Film. Seine Neugierde fĂŒr den Film wurde aber schon weit vor dieser TĂ€tigkeit durch die Super-8 Kamera entfacht. 1996 bewarb er sich fĂŒr das Kamerastudium der heutigen FilmuniversitĂ€t Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam und lernte dort den Dokumentarfilm fĂŒr sich kennen und lieben. Filmschaffende wie Raymond Depardon oder Frederik Wiseman (u.a.) waren fĂŒr ihn wichtige Wegbereiter, sich dem Dokumentarischen filmisch zu widmen. FĂŒr Sebastian ergeben sich aus den Mitteln des Dokumentarischen und insbesondere dem beobachtenden Dokumentarfilm andere Möglichkeiten, Welten, Themen, und Prozesse sichtbar zu machen.

„Der beobachtende Dokumentarfilm hat den Anspruch LebensrĂ€ume sichtbar zu machen, die wir noch nicht beschreiben, erfahren oder untersuchen konnten.

Sebastian Winkels

1998 lernten sich Simon und Sebastian bei einem Studentenfilm der DFFB kennengelernt. Seither arbeiten sie gemeinsam an ihren Dokumentarfilmprojekten und unterstĂŒtzen sich gegenseitig in ihren Vorhaben.

Eine deutsche Partei: Eine Beobachtung ĂŒber 2,5 Jahre

Film-Still aus Eine Deutsche Partei. Dokumentarfilm. Aaron Kimmig steht mittig im Bild mit einem Mikrofon auf offener Straße. Er ist Mitglied der Jungen Alternative: Die Aufnahme entstand am 13.08.21, bei einer Anti-Corona-Demonstration in Berlin.
Foto: Film-Still aus Eine Deutsche Partei – Aaron Kimmig, (Mitglied der Jungen Alternative) vom 13.08.21, bei einer Anti-Corona-Demonstration in Berlin | © Spicefilm

Über zwei Jahre begleitet der Regisseur Simon BrĂŒckner die AfD. Er nimmt die Haltung des neugierigen Forschers ein und ist mittendrin bei Fraktionssitzungen, Gremien auf regionaler Ebene oder dem Parteitag der AfD. Die entstandenen Filmaufnahmen fanden fĂŒr alle sichtbar und mit der Zustimmung der beteiligten Personen und Gremien statt. Die AfD hatte kein Mitspracherecht bei der Postproduktion. Gesa Marten und Sebastian Winkels editierten das Material und arbeiten ĂŒber ein Jahr am Filmschnitt. Ein essenzieller Prozess, der Sebastian, Simon und Gesa in einen wichtigen Austausch ĂŒber das entstandene Filmmaterial fĂŒhrt.

Ein Rendezvous mit der Bank und ein GesprĂ€ch mit sieben BrĂŒdern

Foto: Film-Still aus Talking Money | © déja-vu film

In seinem Dokumentarfilm Talking Money aus dem Jahre 2017, begibt sich Sebastian Winkels auf eine Weltreise und begleitet mit seinem Team ĂŒber 150 BankgesprĂ€che zwischen Bankier und Kunde. Egal, ob Bolivien, Georgien, Pakistan, Teheran oder der Schweiz – wir sind als Publikum dabei, wenn Kredite verhandelt oder Depos eröffnet werden.

Drei Jahre zuvor fĂŒhrt er Regie zusammen mit Jana Kalms und Peter Stolz beim Dokumentarfilm Mein schönes Leben (Nicht alles schlucken). Zwanzig Menschen mit Psychiatrieerfahrungen kommen in einem Stuhlkreis zusammen und berichten von ihren subjektiven Erfahrungen und Einblicken. Ganz durchmischt kommen neben den Betroffenen, Angehörige, Ärzt*innen und Pflegende zu Wort.

2003 realisiert Sebastian seinen Abschlussfilm an der FilmuniversitĂ€t Babelsberg, den Dokumentarfilm 7 BrĂŒder. Die Protagonisten erzĂ€hlen vor laufender Kamera aus ihrem Leben, ihrem VerhĂ€ltnis zu ihren Eltern und welche Erlebnisse sie untereinander bewegt und geprĂ€gt haben.

Foto: Film-Still aus 7BrĂŒder | Wolfgang Hufschmidt Jahrgang 1934 | © Piffl Medien

Die Freiheit des dokumentarischen Kinos

„Die Freiheit im Gucken ist das, wofĂŒr ich ins dokumentarische Kino gehe. Und ich finde diese Freiheit ist seltener geworden. Sie nimmt ab, nicht zu.“

Sebastian Winkels

Sebastian und Simon berichten, wie herausfordernd es durchaus sein kann Dokumentarfilmprojekte zu realisieren, die kein eindeutiges Ergebnis prognostizieren können. Aber welcher Dokumentarfilm kann das schon? Dabei fordert gerade die Form des Direct Cinema, nicht nur das Publikum auf mĂŒndig zu sein – sich in den Diskurs zu begeben, um eine eigene Antwort zu diskutieren – sondern schon die potenziellen Produzent*innen, Geldgeber*innen werden dazu aufgefordert, Ă€hnlich wie bei einem wissenschaftlichen Projekt, den Ausgang ergebnisoffen anzugehen. Nur so ist eine kĂŒnstlerische Forschung im Sinne des Direct Cinema ĂŒberhaupt möglich. Nur so können andere Wege gefunden werden, das Unbeschreibbare beschreibbar zu machen, das Unerfahrbare erfahrbar und das Unsichtbare sichtbar.

Unsere GĂ€ste

Simon BrĂŒckner
Regisseur
Webseite – LINK
Crew United – LINK
Eine deutsche Partei (Webseite) – LINK
Eine deutsche Partei (Podcast) – LINK

Sebastian Winkels
Regisseur
Crew United – LINK
7BrĂŒder – LINK
Mein schönes Leben (Nicht alles schlucken) – LINK
Talking Money – LINK

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„Ich will mal Regiesseur*in werden!“

Der große Traum vom Film fĂ€ngt nicht selten bei dem Berufswunsch der Regie an. Als Regiesseur*in einen Film drehen. Mit der offensichtlichste oder eben bekannteste Beruf hinter der Kamera. Doch wie gestalten sich die Wege einzelner Filmschaffenden, die einst mit dem gleichen Berufswunsch angefangen haben? 

Jana Sterneckert (Script Continuity) und Nils StrĂŒven (Regieassistenz) berichten uns heute von ihrem Werdegang und ihrem Berufsalltag. Wie hat sich ihr Weg entfaltet und wie hat sich ihre Haltung zum ursprĂŒnglichen Berufswunsch verĂ€ndert? Welche FĂ€higkeiten sind fĂŒr die AusfĂŒhrung einer Regieassistenz oder eines Script-Supervisors essenziell?

Regieassistenz und Script Continuity, der Set-Alltag verbirgt viele spannende Berufe.
Setalltag – Was gibt es abseits der Regie noch fĂŒr spannende Berufsgruppen?

FachkrĂ€ftemangel allgegenwĂ€rtig! Ausbildungskonzepte eher spĂ€rlich…

Wir sprechen mit den beiden auch ĂŒber ihre individuellen Ausbildungswege. Was haben sie erlebt und als gut empfunden? Was wĂŒrden sie sich rĂŒckblickend von der Branche wĂŒnschen? Inwiefern ist die Filmbranche darauf ausgerichtet, diese wichtigen Berufsgruppen nicht nur als Autodidakten oder proaktive Quereinsteiger zu empfangen, sondern institutionell auszubilden?

In unserer letzten Folge #123 | FachkrÀftemangel: Wege aus einer aufkommenden Krise berichteten wir, welche aufkommenden Konzepte von einzelnen Institutionen gerade in ihrer Pilotphase stecken, um dem bestehenden FachkrÀftemangel entgegenzuwirken. Hört auch hier gerne noch mal rein!

Auch das Thema BerufsverbĂ€nde ist fĂŒr unsere GĂ€ste ein wichtiger Punkt. Wie wichtig ist es, sich in BerufsverbĂ€nden zu engagieren? Sein Wissen mit anderen zu teilen, um durch mehr SolidaritĂ€t bestehende MissstĂ€nde innerhalb der Branche aufzudecken und gestĂ€rkt neu zu verhandeln, ist wichtiger denn je.

Jana und Nils geben uns einen Einblick in ihre gesammelten Erfahrungen und ihre persönliche Meinung. Bspw. wie gut eigenen sich Serien um Trainees auszubilden? Wie realistisch ist es, innerhalb dieser Berufsgruppen auch noch im hohen Alter zu arbeiten? Wie gut sind Familie & Beruf miteinander zu vereinbaren?

Ihr wollt noch mehr Input von Jana und Nils? Dann hört euch den Directors Cut an und unterstĂŒtzt uns auf Steady! Wie das geht? Einfach auf Steady ein Abo deiner Wahl abschließen und den exklusiven Content hören. Weitere Infos findest du hier!

Eine Umfrage die Aufschluss ĂŒber den FachkrĂ€ftemangel geben soll

Am 31.05.2022 startete der Weiterbildungsverbund Media Collective eine Umfrage zum FachkrÀftemangel und dem Weiterbildungsbedarf im Filmproduktions- und Postproduktionsbereich. Koordiniert wird die Umfrage vom Erich Pommer Institut. Eine wichtige Umfrage, um aus der Perspektive der Produzent*innen und der Arbeitnehmer*innen bzw. SelbststÀndigen die Perspektive auf den gegenwÀrtigen FachkrÀftemangel, die akuten Weiterbildungsbedarfe und die dazugehörigen Rahmenbedingungen sichtbar zu machen.

Mitmachen könnt ihr ĂŒber folgende Links – Die digitale Umfrage dauert ca. 20 min.:

Zum Fragebogen fĂŒr Produzent*innen / Unternehmen
Zum Fragebogen fĂŒr Filmschaffende

Mehr Informationen zum Media Collective findet ihr hier – LINK

Unsere GĂ€ste

Jana Sterneckert
Script Continuity
Crew United – LINK

Nils StrĂŒven
Regieassistenz
Crew United – LINK
Webseite – LINK

WeiterfĂŒhrende Links:

Assistent Director Union (ADU) – LINK
Berufsverband Script Supervisor – LINK
Bundesverband Regie – LINK
Verband österreichischer Regieassistent*innen, AD’s und Script Supervisor – LINK
Artikel: „Systemwechsel: Regieassistenz oder Assistent Director?“ von Peter Hartig (out takes) – LINK

Ähnliche Folgen:
#123 | FachkrÀftemangel: Wege aus einer aufkommenden Krise
DFFB Session | “What is Showrunning?”

Heutzutage wird soviel gedreht wie nie in der Filmbranche zuvor. Dies ist auf der einen Seite ein Segen, da man als filmschaffende Person, eine gute Möglichkeit hat durchgĂ€ngig zu arbeiten. Auf der anderen Seite zeigt uns diese „Welle“ an Produktionen aber auch, dass wir bei dem Thema FachkrĂ€fte – Regieassistent*innen, Kameraassistent*innen, Boomoberator*innen, Make-upartist*innen, Gardrobier*innen etc. in den Jahren zuvor in dem Ausbau von Nachwuchs nachlĂ€ssig gewesen sind. Produktionen beklagen, dass sie Projekte wegen fehlender Crew-Mitglieder*innen absagen oder verschieben mĂŒssen. Aber wie gehen wir damit um? Warum ist dieses Thema auch im Independentfilmmaking so wichtig zu betrachten und LösungsansĂ€tze zu finden?

FachkrÀftemangel in der Filmbranche

Die Filmbranche und der FachkrÀftemangel

In unserem heutigen GesprĂ€ch reden wir ĂŒber den FachkrĂ€ftemangel in der deutschsprachigen Filmbranche. Mit unseren GĂ€sten Joachim Kosack (GeschĂ€ftsfĂŒhrer UFA) und Anna Schoeppe (GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Hessen Film) schauen wir uns an, warum das Fehlen von FachkrĂ€ften fĂŒr eine international agierende Industrie, wie die deutschsprachige Filmbranche, heikel sein kann und reden ĂŒber Möglichkeiten, um den Film und die Arbeit an diesem zugĂ€nglicher zu gestalten. ZusĂ€tzlich schauen wir uns verschiedene LösungsansĂ€tze an.

UFA Academie

Seit 2022 möchte die UFA mit der „UFA Academy“ gezielt FachkrĂ€fte fĂŒr die Filmbranche ausbilden und somit den Einstieg in die Filmbranche erleichtern. Ab Mai 2022 bilden sie in ihrem zwei-jĂ€hrigen Programm Quereinsteiger*innen fĂŒr die Bereiche Aufnahmeleitung, FilmgeschĂ€ftsfĂŒhrung, Regieassistenz und Script/Continuity aus und bereiten diese theoretisch wie praktisch auf die Arbeit am Set vor. Mehr Informationen zur „UFA Academie“ findet ihr auf der Webseite – LINK

Branchenqualifizierungs- und Weiterbildungsprogramm STEP

Das Programm STEP von der Filmförderung „HessenFilm und Medien“ startete bereits 2020 und unterstĂŒtzt Studierende, Film- und Medien Alumni sowie Quereinsteiger*innen bei der Qualifizierung in der Filmbranche. Bei dem Programm werden Produktionsfirmen bezuschusst, die Programmteilnehmer*innen in ihren Projekten mit aufnehmen, Weiterbildungen fĂŒr die Teilnehmer*innen monetĂ€r unterstĂŒtzt und Autor*innenstipendien vergeben. Das Programm möchte somit Nachwuchsförderung mit der Standortförderung verbinden. – Mehr zu STEP findet ihr auf der Webseite von „HessenFilm und Medien“ – LINK

Eine Umfrage die Aufschluss ĂŒber den FachkrĂ€ftemangel geben soll

Am 31.05.2022 startete der Weiterbildungsverbund Media Collective eine Umfrage zum FachkrÀftemangel und dem Weiterbildungsbedarf im Filmproduktions- und Postproduktionsbereich. Koordiniert wird die Umfrage vom Erich Pommer Institut. Eine wichtige Umfrage, um aus der Perspektive der Produzent*innen und der Arbeitnehmer*innen bzw. SelbststÀndigen die Perspektive auf den gegenwÀrtigen FachkrÀftemangel, die akuten Weiterbildungsbedarfe und die dazugehörigen Rahmenbedingungen sichtbar zu machen.

Mitmachen könnt ihr ĂŒber folgende Links – Die digitale Umfrage dauert ca. 20 min.:

Zum Fragebogen fĂŒr Produzent*innen / Unternehmen
Zum Fragebogen fĂŒr Filmschaffende

Mehr Informationen zum Media Collective findet ihr hier – LINK

Unsere GĂ€ste

Joachim Kosack
GeschĂ€ftsfĂŒhrer UFA GMBH | UFA SERIAL DRAMA GMBH
Webseite – LINK

Anna Schoeppe
GechĂ€ftsfĂŒhrein HessenFilm und Medien GmbH
Webseite – LINK

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